14. Juni 2019

Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt Leben Reisen ist.

Jean Paul

(1763 – 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge

Quelle: Jean Paul, Das Kampaner Tal, 1797

Um kurz nach hab acht saß ich heute schon auf meinem Rad. Es war richtig frisch, sodass ich doch tatsächlich mit einer Weste Richtung Innsbruck gefahren bin. Es ging ja fast nur bergab. Dort stieg ich dann in den Zug nach Seefeld, denn der Zirler Berg ist für Radfahrer verboten, darüber hinaus auch unfahrbar, geht es doch immer mit rund 16 % bergauf. Von Seefeld nach Scharnier, dann an der Isar entlang ging es zum Walchensee, von dort dann über den Kochelsee nach Benediktbeuren, wo ich ein nettes Hotel fand. Der Hotelier ist Nebenerwerbslandwirt, sodass ich gleich eine Gemeinsamkeit gefunden habe.

In Innsbruck lernte ich einen erst kurz pensionierten Arzt aus Saalfelden kennen, der mit seinem Fahrrad eine Tour nach Heidelberg zu seinem Sohn macht. Wir haben uns intensiv über das Leben unterhalten, und über die Zeit der Rente. Das sind für die Momente, für die es sich lohnt, mit dem Fahrrad auf Reisen zu gehen.

Apropos Reisen, heute früh bin ich über den Aphorismus von Jean Paul geraten. Ich muss gestehen, dass ich Jean Paul bis vor knapp 30 Jahren überhaupt nicht kannte. Doch einmal hatte ich einen Vortrag organisiert mit dem Journalisten Werner A. Widmann vom Bayerischen Fernsehen. In seinem Vortrag zitierte er, und er war dem Bier sehr zugetan, Jean Paul, und diesen Spruch habe ich nie vergessen:

Je mehr man getrunken, desto mehr lobt man den Wirt und sein Bier.

Er ist vor knapp 200 Jahren gestorben, doch diese Lebensweisheit sollte ich auch in vielen langen und anstrengenden Sitzungen selbst am eigenen Leib erlebt und verspürt haben.

Er war meiner Zeit um 200 Jahre voraus.

Jean Paul, bayerischer Philosoph, Schriftsteller und Held.

Morgen früh werde ich nun mit dem Zug über München nach hause fahren, sodass morgen die 2. längste Reise meines Lebens zu Ende geht.

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Alpspitz und Zugspitze

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Walchensee, ein eiskalter Badespaß

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Letzte Fahrradetappe

 

6 Gedanken zu “14. Juni 2019

  1. Johann Bock 14. Juni 2019 / 19:39

    Gute Rückfahrt morgen u danke für die tollen Berichte!

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  2. Albert Vilsmeier 14. Juni 2019 / 20:05

    Ich bin immer wieder von deinen Gedanken überrascht. Genieße die letzten
    Kilometer deiner Reise. Ich hoffe wir sehen uns demnächst.

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  3. langer.ingo@t-online.de 14. Juni 2019 / 21:03

    Es war sehr schön, unterhaltsam und anregend, dich auf deiner Reise zu begleiten. Vielen Dank für die interessanten Beiträge! Alles Gute für den letzten Tag.

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  4. Therese Truan 16. Juni 2019 / 11:21

    Hallo Alois,
    danke für deine Berichte , es war immer spannend, von deinen eindrücken zu lesen, Danke.
    Yves und sein Freund befinden sich gerade 50km. vor Tallin, dann weiter nach Sankt Petersburg, Helsinki, für auch wieder einmal nach hause zu kommen,(ca. in 3-4 Wochen) ich wünsche dir immer alles gute, bis zum nächsten mal.

    Therese

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  5. Gundolf Birkel 17. Juni 2019 / 12:02

    Hallo Alois,

    Herzlichen Glückwunsch und aufrichtige Bewunderung – ein wilder Hund bist scho!

    Und Recht hast, das durchzuziehen, solang das eigene Fahrgestell noch mitspielt!

    Bis demnächst (Bürgerfest?)

    Gundy

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  6. Günther 18. Juni 2019 / 8:15

    Scheinbar hast du bei einem Wirtshaus ein Loch gefahren weil man nix mehr hört. Oder machst du jetzt Urlaub wo du eigentlich hin wolltest bloß mit einem Umweg?

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