26. Mai 2019

Der gestrige Tag hat nichts Erwähnenswertes gebracht, ausser dass ich mittags mit der Fähre von Igoumenitsa in Griechenland nach Brindisi in Italien gefahren bin. In diesen 7 Stunden kam ich glücklicherweise mit 3 Pärchen aus Rosenheim ins Gespräch. Sie sind mit ihren Harley’s ungefähr die gleiche Route gefahren wie ich. An Bord dieser großen Fähre waren nicht mehr als vielleicht 80 Leute. Gähnende Leere auf allen Decks.

Allerdings konnte ich die Passstraße in Albanien aus der Ferne entdecken, die hat mir bei der Abfahrt ja große Freude bereitet._DSC1597.jpg

Der Hotelchef hat mir dann in Brindisi ein Lokal empfohlen, wo ich die Rosenheimer wieder traf. Das hat mir doch den Abend gerettet, denn das Pokalfinale konnte ich nicht empfangen.

Heute früh, als ich dann Richtung Tarent startete, begann es leicht zu regnen, Mittags wurde es dann besser. Die Strasse Richtung Tarent war, wie in Albanien flankiert von wilden Müllablagerungen, und die Stadt Tarent würde ich schlichtweg als „Loch“ bezeichnen. Das kann man übrigens wunderbar in Wikipedia nachlesen. In Tarent habe ich drei ältere Damen aus Salzburg, übrigens noch älter als ich. getroffen. Sie empfahlen mir die Stadt so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Cool, nicht wahr?

Es geht weiter. Das ist das einzige, was weiter geht.

Karl Kraus

(1874 – 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker

und Dramatiker

Dadurch dass ich im Moment keine Mobile Daten empfangen kann, und mir die Offline Karte nur bis Tarent runter geladen habe, musste ich nach Himmelsrichtung weiter fahren. Ich dachte mir, an der Küste werde ich wohl irgendwo eine Übernachtungsmöglichkeit finden, Jetzt fing es wieder zu regnen an, darüberhinaus wurde ich tatsächlich von einem Schäferhund attackiert. Jetzt half nur noch mein Pfefferspray, was bei dem Hund zur Kapitulation führte. Patschnass erreichte ich nun ein Hotel, naja, eine Gaststätte mitten am Meer, in der 200 Italiener irgendein privates Fest feierten.

Jetzt habe ich es geschafft, nach 98 Kilometer, und einem unglaublichen Lärmpegel in diesem Lokal, dass endlich Ruhe einkehrt, und ich etwas zu Essen bekomme.

4 mal bin ich heute auf die Superstrada (deutsch: Kraftfahrstrasse) ausgewichen, was in Italien scheinbar verboten ist, mir aber letztendlich egal war, um einfach weiter zu kommen.

Das war jedenfalls einer der Tage, die man als Fernreisender mit dem Rad nicht braucht.

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Die verlassenen Häuser in der Altstadt von Tarent!

Morgen wird das Wetter wohl auch nicht besser sein, ich lasse mich da mal überraschen.Bildschirmfoto 2019-05-26 um 16.28.46.png

24. Mai 2019

Natürlich war der gestrige Tag für mich unglaublich anstrengend, waren es doch gute 1700 Höhenmeter, die ich zu überwinden hatte. Doch gibt die Leistung mir ein gutes Gefühl. Glücklicherweise hat mich der Wirt der Bar mit dem Auto nach Saranda gefahren, denn das hätte mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit gebracht. So konnte ich im Hotel gut ausspannen, sehr gut essen und trinken, um für den heutigen Tag wieder gerüstet zu sein. Ich hatte 66 Kilometer und knappe 500 Höhenmeter vor mir, auf einer fast nicht benutzten Strasse durch eine wunderbare albanische Landschaft. Leichter Rückenwind half mir, die gestrigen Anstrengungen zu vergessen, denn die Muskulatur hat mir heute früh schon zu schaffen gemacht. _DSC1585.jpg

Hier konnte ich mich noch von der Skyline Sarandas verabschieden. Ein irrsinniger Bauboom ist dabei, die Stadt zu verschandeln. Noch sind der Großteil der Touristen aus Albanien und dem Kosovo, doch was passiert, wenn die deutschen Touristen hieraus einen neuerlichen Ballermann machen?

36 Kilometer hatte ich vor mir, bis an die griechische Grenze zu kommen, weitere 30 Kilometer dann nach Igoumenitsa. Es öffnete sich eine traumhaft schöne Landschaft, die man nicht beschreiben kann. Nachdem fast keine Autos unterwegs waren konnte ich heute die Ruhe der Natur genießen.

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Vorbei an einem Bauernhof, und zurückversetzt in eine Zeit, die mir fremd ist, konnte ich Albanien nochmals genießen, bevor es hinauf ging zum Grenzübergang. Dort wurde ich vom Grenzer durchgewunken, doch als ich wieder losfahren wollte, stoppte mich der Obergrenzer, und durchsuchte meine Satteltaschen, wahrscheinlich aus Langeweile. So ein Vollpfosten, was will der von mir? Glaubt der ich würde schmuggeln, oder Drogen ausser Landes bringen? Nachdem ich dann laut wurde, sagte er ich solle weiterfahren. Dieser Typ glaubt wohl immer noch, der Sozialismus wäre allgegenwärtig.

So ein Drottel!_DSC1595.jpg

Jetzt noch 30 Kilometer, dann bin ich in Igoumenitsa, und kann morgen nach Italien, besser gesagt nach Brindisi schippern.

Goethe schrieb:

Dieses Italien ist ein so abgedroschnes Land, daß, wenn ich mich darin nicht selbst als in einem verjüngenden Spiegel sähe, so möchte ich gar nichts davon wissen.

Diesen Spiegel brauche ich auch. Ich freue mich auf Italien, und werde dann am Sonntag durch Apulien Richtung Neapel fahren. Nachdem ich die Berg- und Talfahrten schon kenne, wird das für mich nicht die große Herausforderung sein. Wie es dann weitergeht, kann ich noch nicht genau sagen, vielleicht nach Rom?

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Mein heutiger Tag!

23. Mai 2019

Dieser Tag war sicherlich der bisher anstrengendste auf dieser Reise, überhaupt einer der anstrengendsten meiner Radlerkarriere. Und jetzt hat sich Albanien von seiner landschaftlich schönsten Seite gezeigt.

Um den heutigen Tag überhaupt schaffen zu können, bin ich tatsächlich um 5.30 Uhr aufgestanden, und schwang mich dann um Viertel nach 6 auf meinen Drahtesel. Denn zunächst sollte ich mich über den Llogora Pass kämpfen, von Meereshöhe auf 1034 Meter über dem Meer. Zunächst ging es relativ moderat bergauf, doch nach ungefähr 12 Kilometer ging es immer steiler bergauf. Mit 20 Kilogramm Gepäck und immer noch zu dicken Bauch, sind Steigungen von über 8 % auf Dauer eine Herausforderung,  und das waren heute im Durchschnitt mehr als 10%.

Als ich unterwegs ein Schild entdeckte, dass ich jetzt in diesem Nationalpark sei, verschwanden auch die wilden Müllhalden, und das Land machte mir trotz der körperlichen Herausforderung  jetzt richtig Spaß. Nach genau 5 Stunden und 26,4 Kilometern erreicht ich dann die Passhöhe, machte aber unterwegs in einem Berggasthof die verdiente Frühstückspause.

Kurz vor der Passhöhe musste ich immer wieder warten, weil 2 Schäfer ihre 1000 Ziegen über die Strasse nach oben trieben. _DSC1561.jpg

Der höchste Berg, der unweit der Passhöhe liegt, scheinbar über 2000 Meter hoch, hatte immer noch Schneefelder, ein Zeichen, dass es hier die letzten Wochen auch sehr kalt war.

Auf der Nordseite des Passes regnet es jährlich ungefähr 1250 Liter, während es auf der Südseite jährlich doppelt soviel Niederschlag hat. Oben auf der Passhöhe unterhielt ich mich mit 2 deutschen Wohnmobilrentnern aus dem Freiburger Raum. Auf der Abfahrt, überholte ich sie 3 Mal mit einem Affenzahn , da ich immer wieder zum Fotografieren kurz anhalten musste.

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Eine Wahnsinns Abfahrt, Maximalgeschwindigkeit 67 km/h

Nach einer knappen Stunde wurde ich von den beiden nun überholt, und vielleicht 300 Meter entfernt warteten sie auf mich, um mich ein paar Kilometer mitzunehmen. Das waren dann 15 Kilometer, die mir wirklich gut taten. Dann verabschiedeten sie sich zum nächsten Campingplatz, und ich musste weiterstrampelnd, und mein Ziel, morgen Abend nach Igoumenitsa zu kommen wurde immer erreichbarer.

Wer ein Ziel vor Augen hat, vergißt die Strapazen des noch vor ihm liegenden Weges.

© Helmut Glaßl

(*1950), Dipl.-Ing., Aphoristiker

Ist das nicht wahr? Haben wir das nicht schon oft erlebt?

Mit dem Blick auf die Blumeninsel Korfu suchte ich mir gegen 15 Uhr nun ein Lokal, um mir im Internet ein Hotel zu suchen. Das waren jetzt nur noch 14 Kilometer, aber knapp 500 Höhenmeter. Dieses Hotel war schlichtweg ein kastrophaler Laden, sodass ich weiter radelte, in der Hoffnung noch ein ordentliches Hotel zu finden. In einer Bar bekam ich wieder einen Zugang ins Internet. Die nächsten Hotels sind 24 Kilometer entfernt in der Stadt Saranda. Nochmals 450 Höhenmeter, nein danke, ich bin jetzt platt. Als ich den Wirt fragte, ob es einen Bus gäbe, meinte er, komm her alter Knabe ich fahre dich hin.

Jetzt bin ich in einem Hotel in Saranda, gerade mal 66 Kilometer von Igoumenitsa entfernt, und kann morgen ganz locker dorthin fahren. Samstag Mittag geht meine Fähre nach Brindisi.

Man muss einfach ruhig bleiben, und auf ein bisschen Glück hoffen.

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Das ist mein heutiger Track.

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Die letzten 20 Kilometer sind nicht auf dem Höhenprofil, da sich der Akku meiner Uhr verabschiedetete. Da saß ich eh im uralten Passat des Wirtes.

 

22. Mai 2019

Das ist mir wirklich noch nie passiert, noch nicht einmal mit dem Auto, geschweige denn mit dem Fahrrad.

Mein BikeApp hat mich von der Stadt Vlora mitten in die Berge geführt. Diese Route hat mich auch tatsächlich geriezt, weil ich tatsächlich einmal mitten durchs Land fahren wollte.

Zunächst musste ich ungefähr 5 Kilometer durch die Stadt fahren, immer bergauf, dann ging es in ein wunderbares Tal hinein, zunächst wieder bergab, dann auf einer frisch geteerten Straße entlang eines Bergflusses immer weiter Richtung Süden. Nach 31 Kilometern war die Strasse dann jäh zu Ende. Es ging weiter steil bergauf im ersten Gang, auf einem von furchtbaren Schlaglöchern gezeichneten Feldweg, auf dem die 3 Autos, denen ich begegnete kaum schneller fuhren als ich. Laut meiner Berechnung sollte es noch ungefähr 40 Kilometer weiter gehen, bis zur Passhöhe mit mindestens 1000 Höhenmeter. Jetzt wurde ich unsicher, was sollte ich tun?

Ich stoppte ein Auto, was heißt hier ein Auto, einen alten und total fertigen Merzedes 190 und fragte den Fahrer auf englisch, wie die weitere Strasse aussähe. Ganz cool meinte er, es wäre seines Erachtens besser umzudrehen, und die Küstenstraße ab der Stadt Vlore nehmen.

Nach einer Weile des „Dummschauens“, was ich bei der Bundeswehr lernte, drehte ich also um, und fuhr den gesamten Weg zurück.

Es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden.

Johann Wolfgang von Goethe

(1749 – 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Studierzimmer, Mephistopheles zum Schüler

Wenn schon Goethe derartige Erfahrungen gemacht hat, warum dann nicht ich?

Weiterhin bleibt mein Ziel natürlich die griechische Hafenstadt Igoumenitsa, denn von dort möchte ich mit der Fähre am Samstag um 12 Uhr mit der Fähre nach Brindisi in Italien fahren. Es gibt noch eine Alternative, ich könnte auch die Nachtfähre am Samstag um 24 Uhr nehmen, und käme dann früh morgens, kaputt und total übermüdet in Italien an.

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Entlang dieses Flusses ging meiner falscher Weg entlang.

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Der Bauer mit seiner Herde. Kühe, Ziegen, ein Esel und der Hund. Bei uns würde man das „romantische Landwirtschaft“ nennen. Da ist natürlich die Massentierhaltung ganze Galaxien entfernt. IMG_0423.jpg

Müll am Straßenrand, alltäglich hier in Albanien, Zudem, dass es einfach nur häßlich ist, die Umwelt zerstört, stinkt der Müll abartig. Und freilaufende Hunde wühlen hier im Dreck. Von denen geht übrigens keinerlei Gefahr aus. _DSC1541.jpg

Hängebrücke über das breite Flusstal.

Es ist vollkommen egal durch welche Ortschaft ich fahre, überall stehen die Menschen planlos und arbeitslos herum, und staunen über die vorbeiradelnden Touristen, aus deren Sicht sind wir wahrscheinlich des Wahnsinns fette Beute. Das Bruttoinlandsprodukt der Albaner liegt bei 5261 $ pro Kopf, in Deutschland liegen wir bei circa 44000 $. Es wird sehr sehr viel gebaut, in diesem Land geht es scheinbar doch einigermaßen aufwärts, aber es wird noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis hier ein lebenswerter Wohlstand entstehen wird.

Jetzt sitze ich in einem Hotel, direkt am Meer, und genieße die Ruhe. Morgen werden ich auf den Llogara Pass fahren, die höchste Stelle liegt auf 1027 Meter über dem Meer. Ich habe mit Steigungen mit bis zu 18% zu rechnen, den gesamten Tag sollte ich mit 1700 Höhenmeter kämpfen, um eben überhaupt die Chance zu waren, rechtzeitig die Mittagsfähre zu bekommen.

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So sieht es aus, wenn man sich verfährt!

 

21. Mai 2019

Ich wollte gestern natürlich Albanien nicht schlecht machen. Es geht hier ja um meine persönlichen Empfindungen, die dieses Land und seine Menschen betreffen.

Mich bedrückt einfach diese Armut der Menschen, wie sie mich anschauen, mich fragen, ob ich aus Germania sei, wie sie leben, mich regt dieser Müll auf, auch der furchtbare Gestank nach diesen alten und stinkenden Fahrzeugen. Tirana scheint es ja noch nicht solange zu geben, sodass natürlich keine Altstadt vorhanden ist. 

Gestern habe ich noch überlegt, heute habe ich es getan, ich bin mit dem Taxi ungefähr 37 Kilometer Richtung Durres gefahren, das waren 37 Kilometer Autobahn mit furchtbarem Verkehr, und an und für sich alles Industriegebiet. 

Dann ging es mit dem Rad weiter, zunächst an der Küste entlang, dann ins Landesinnere, allerdings ka ich dann spätnachmittags wieder an die Küste. Meistens war ich auf der Autobahn unterwegs, auf der ich einfach am meistens Platz hatte. 

Zweimal kam ich an Polizeikontrollen vorbei, aber für mich und mein Fahrrad interessierte sich kein Mensch. 

Je weiter ich in den Süden kam, und je weiter ich von Tirana weg war, umso schöner wurde die Landschaft, doch scheint es außer Natur keine Sehenswürdigkeiten zu geben. Das würde ja zum ehemaligen sozialistischen System passen.

2 Fahrradfahrer kamen mir entgegen, ein Deutscher, der mir ein freundliches Hallo zurief, und ein Holländer, der sofort umdrehte, um mit mir zu reden. Er war sichtlich froh endlich mal wieder mit jemandem reden zu können.

Als ich heute ins Taxi einstieg, bekam ich ein SMS des hiesigen Mobilfunkbetreibers, dass er, um mich vo der Kostenfalle zu schützen, das Roaming für mich beendet. Gestern bekam ich ein SMS von O2, dass mich das Roaming im Monat 59,50 € maximal kosten könne.

Jetzt fahre ich ohne Internetverbindung und ohne Landkarte, da muss man schon ein ordentliches Orientierungsvermögen haben.  

Dieses Land ist so komplett anders, dass ich mich sehr schwer tue, es zu verstehen. Von den meisten werde ich gegrüßt, Daumen nach oben, mit einem Schrei, Germania!

Von 2 Hunden wurde ich attackiert, glücklicherweise wurden sie von einem Schäfer zurückgepfiffen. 

Der Taxifahrer erzählte mir in einem Mischmasch von Englisch und Italienisch, dass er während des Lotterieaufstandes in die Türkei floh. Das ganze Bankensystem ging an ihren Pyramidenspekulationen zu Grunde, sodass hier 1997 der Krieg ausbrach. Deutsche Hubschrauber holten dann die noch verbliebenen Ausländer mit einer spektakulären Aktion ausser Landes.

113 Kilometer mit dem Fahrrad, und das gegen den Wind, hat mich heute viel Kraft gekostet, jetzt habe ich noch 190 Kilometer nach Igoumenitsa in Griechenland und gute 2300 Höhenmeter. Sind das 2 oder 3 Tage, ich werde es auf mich einfach zukommen lassen. 

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Autobahnfahren ähnlich Achterbahnfahren

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Die Landschaft wird langsam schöner!

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Der gestrige Tag mit 64 Kilometern

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Der heutige Track mit 150 Kilometern, davon 37 mit dem Taxi, und 480 Höhenmeter

20. Mai 2019

Wenn man ein Land, zumindest halbwegs kennen lernen möchte, dann muss man das mit dem Fahrrad tun. Man ist langsam genug um viele Eindrücke zu bekommen, man ist aber auch schnell genug unterwegs, um die verschieden Regionen bereisen zu können.

Ich bin durch die meisten Länder Europas geradelt, doch als ich heute nach Tirana gefahren bin war ich doch eher erschüttert. Müll liegt kreuz und quer, die Strassen sind in einem schlechten Zustand und die Menschen in den Vororten fristen eher ihr Leben. Ich möchte das nicht als die alles entscheidende Wahrheit sehen, das ist lediglich mein persönlicher Eindruck.

Als ich in einem Ort, ungefähr 30 Kilometer nördlich von Tirana an einer Kreuzung stehen blieb, wurde ich in Null-Komma nichts von 10 Kinder umzingelt. Sofort wollte einer der Jungs mein Taschenmesser stehlen, was sich in meiner Lenkertasche befand. Laut schreiend riss ich ihm das Messer aus der Hand und fuhr unverzüglich weiter. Das ist sicherlich kein Einzelfall, sondern spiegelt die Haltung vieler hier lebenden Menschen wider.

Man sollte nicht die Schuld bei irgendjemanden suchen, nein, entscheiden ist ein physikalischer Gesetz. Ursache und Wirkung. Der Ober im gestrigen Hotel sagte mir, 100 Euro seien für die meisten Menschen hier ein Vermögen.

Anfang der 90er Jahre hatte das Land ein Problem mit der nicht mehr funktionieren Abfallwirtschaft, sodass die Leute ihren Müll irgendwo entsorgten. Darüberhinaus wird aber nach wie vor Müll importiert. Scheinbar ist das ein sehr lohnendes Geschäft. Albanien kennt laut Wikipedia dieses Problem, und versucht nun mit harten Strafen dagegen zu wirken. Allerdings möchte ich eines anmerken. Wir trennen den Müll, unser Land scheint sauber zu sein, die Menschen in Deutschland denken umweltbewußt, doch verscheuern wir unseren Müll nach China, vielleicht auch hierher.

Wo ist da der Unterschied?

Tirana ist für mich die bisher schrecklichste Stadt, man sieht hier einen brutalen Unterschied zwischen arm und reich.

Alles in Allem fühle ich mich hier in diesem Lande nicht wohl, gerade weil es mir derartig gut geht, und ich mit der Armut nicht zurecht komme. Und weil man hier vielleicht billig essen kann ist für mich kein Anspruch.

Gestern habe ich einem 4 Sterne Hotel genächtigt, zu einem Preis von 34 €, das Abendessen mit 3 kleinen Bieren hat 7 € gekostet. Heute früh nach dem Frühstück bin ich dann wieder aufgebrochen ins 70 Kilometer entfernte Tirana, weitgehend auf der Hauptverkehrsstrasse und Autobahn, bis mich plötzlich Uwe auf dem Weg nach Pakistan überholte. Sofort ging es in die nächste Bar auf einen Kaffee. Über seine WhatsApp-Gruppe habe ich dann später gelesen, dass er von einem Hund gebissen wurde. Ich hoffe, dass er Tetanus geimpft ist.

3 mal wurde ich heute von aufkommenden Gewitterschauern durchnässt.

Von der Autobahn bin ich einmal ausgewichen auf eine Nebenstraße. Das war zunächst ein Feldweg, mit einer Wunderaren Seenlandschaft, die ich zu durchqueren hatte.

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Sturzbach unter der Brücke!

Nach weiteren 20 Kilometern bog ich wieder auf die Autobahn ab, um einfach einigermaßen vorwärts zu kommen. Dabei verpasste ich leider 2 Österreicher, mit denen  ich mich über Facebook verabredet hatte. Dummerweise merkte ich nicht, dass mein Handy Provider mir die mobilen Daten abgeschaltet hatte, um mich vor der Kostenfalle des Roaming zu schützen. Wir haben uns verpasst.

Wie gesagt, haben mich die Vororte von Tirana unglaublich genervt, sodaß ich morgen mit dem Taxi die Stadt in Richtung Meer verlassen werde.

Mein Hotel heißt übrigens „Hotel Arber“, mitten im Zentrum von Tirana, sodass ich die Stadt zu Fuß erkunden konnte.

Noch ein paar Eindrücke:

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Dies Moschee

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Eingang zur orthodoxen Kirche

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Foto vor dem historischen Museum

 

19. Mai 2019

Wenn ich jetzt alle Eindrücke, und das waren nur 3 Tage zusammen fasse, dann muss ich sagen, Montenegro ist nicht mein Land. Der Unterschied zwischen arm und reich ist eklatant. Erst wenn wir sie in die EU aufnehmen, wird es wohl langsam besser, anders als beispielsweise in Scheinar in Kroatien abläuft. Dieser Schmelztiegel verschiedenster Ethnien wird wohl erst richtig stabil werden, wenn alle hier in der EU sind, denn erst dann wird die Herkunft nicht mehr so wichtig sein.

Die Stadt Bar ist nun mal richtig häßlich, wurde wahrscheinlich in der Tito Ära gebaut. Einzig was mir wirklich gefallen hat, ist die orthodoxe Kirche, in der gerade ein Gottesdienst gefeiert wurde.

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Ein paar wenige Kilometer weiter kam dann schon die erste Moschee, und vom Minarett herab klangen die Gebetspsalmen.

Ich musste jetzt steil bergauf radeln, denn ich habe mich verfahren. Vorbei an den wildesten Müllhalden, ab und zu steigt Rauch auf, da irgend jemand scheinbar Plastiktüten und alte Autoreifen verbrannte.

Natürlich gibt es an den Küsten tolle alte Orte, die man wirklich gesehen haben muss, der Rest ist dann eher bedrückend, zumindest für mich. Irgendwann auf dem Weg Richtung albanischer Grenze traf ich eine nette Kölnerin, die sich jetzt auf dem Rückweg nach Hause befindet. Wir gingen gemeinsam in ein Café und sie erzählte mir, welchen Weg ich durch Albanien nehmen sollte, dass die Landschaft traumhaft schön sei und die Menschen äusserst hilfsbereit wären. Allerdings sei sie immer von Kindern angebettelt worden, was mir inzwischen auch schon passiert ist. Kurz vor der Grenze überholte mich Uwe aus dem Schwarzwald, mit ihm fuhr ich gemeinsam an den Skutarisee. Dort wurde zur Abwechslung mal ich zum Essen eingeladen. Sein Ziel ist Pakistan. _DSC1507.jpg

Armut führt zu Revolution, Revolution zu Armut.

Victor Hugo

(1802 – 1885), Victor-Marie Hugo, franz. Schriftsteller, politisch engagiert, Mitglied der Académie Française

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Pferdefuhrwerke habe ich heute einige gesehen.

Eine weitere Revolution auf dem Balkan, könnte uns doch vollkommen egal sein, doch wenn sie als Importgut auch unser Land tangiert, was in der heutigen Smartphone Welt gang und gäbe ist, dann müssen wir uns halt darum kümmern, dass es den hier lebenden Menschen besser geht. Rein soziologisch und wirtschaftlich ist das die einzige und vernünftige Lösung.

Albanien war für mich immer ein geheimnisvolles Land, von dem man nicht viel wußte. Der Machtführer Enger Hoxha machte aus dem Land das wohl erste atheistische Land der Welt. Warum sich ein Großteil der Bevölkerung heute als gläubig bekennt, kann ich tatsächlich nicht verstehen.

Ich sitze jetzt im Hotelrestaurant in Lezha, circa 60 Kilometer von Tirana entfernt. Tirana ist mein morgiges Ziel, von dort geht es dann weiter Richtung Küste.

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18. Mai 2019

Nach verbrauchtem Ideal ist Dekadenz die erste Wahl!

© Thomas S. Lutter

(*1962), Lyriker und Musiker

Ich musste heute sicherlich 15 Kilometer auf der Nordseite der Bucht von Kotor Fahren, um dann mit der Fähre auf die Südseite zu kommen. Nachdem ein riesiger Luxusdampfer in diese riesige Bucht fuhr, war mir schon klar, da muss es irgendetwas geben, was den 1000 Touristen auf diesem Schiff gefallen muss. Das Ziel ist die Stadt Kotor, ebenfalls wie Dubrovnik gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Nachdem diese Stadt nicht zu meinem Reiseziel gehört, werde ich sicherlich nochmals hierher kommen.

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Jetzt, auf der Südseite geht es ein paar Kilometer am Strand entlang, bis ich einen Wegweiser zum Hafen sehe. Na, da kaufe ich mir mal einen Cappuccino, nicht wahr? Ich hatte je schon 20 Kilometer hinter mir, und es war Zeit zu pausieren. Und dieser Hafen hat es in sich. Ich kenne Porto Cervo auf Sardinien, und dieser Hafen steht dem in keiner Weise nach.

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Dieser 3-Master hat es mir angetan, ich werde mich um als Vorschoter bewerben. Ich setzte mich in ein nettes Café, und beobachtete die Menschen hier. Viele Russen, und sonstige Reiche lassen scheinbar hier die „Sau“ raus. An dieser Dekadenz sind schon viele Kulturen gescheitert. Ich möchte aber nicht behaupten, dass mir das nicht gefallen würde, einmal den großen Macker hier zu spielen – glaub ich. Als Radfahrer wird man eher bemitleidet, kann sich dieser Typ denn keinen Jet leisten? Schläft der vielleicht noch  in einem Zelt? Da könnte ich mich Tod lachen.

Dieser Ort heißt übrigens Vivat, sein Hafen „Porto Montenegro“.

Jedenfalls treffen sich hier die Reichen und Schönen und ich.

Weiter ging es auf einen wirklich viel befahrenen Straße durchs Land wieder Richtung Meer. Mich stresst es unglaublich, wenn die Autos, die LKWs und Busse arschknapp an mir vorbeifahren, zumal die Strassen eng und in einem schlechten Zustand sind. Die Strassen sind durch die LKW extrem ausgefahren, oftmals muss ich am äussersten Fahrbahnrand mehr oder minder balancieren. Immer der Blick in den Rückspiegel und auf die Fahrbahn, das ist die Challenge. Viele tote Tiere liegen auch rechts am Fahrbahnrand, und ich habe keine gesteigerte Lust schnurstracks durch die Eingeweide der toten Hunde zu fahren.

Ab der Stadt Budva ist die Küstenstrasse wieder gut befahrbar, der Verkehr kein Problem mehr. Budva gehört scheinbar zu den ältesten Städten an der Adria. Die Altstadt habe ich leider nur von oben gesehen. Wenn ich mir alles ansehen würde, reichte die Zeit, die ich mir vorgegeben habe bei Weitem nicht aus.

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Kroatien boomt, Montenegro wartet hoffnungsvoll auf die Aufnahme in die EU.

Weiter auf der Küstenstrasse treffe ich ein nettes und junges Pärchen aus Kanada, die das Fahrradfahren in Europa als Fortbewegungsmittel lieben gelernt haben. Es gibt nichts besseres als die Welt mit dem Velo zu erkunden.

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Klosteranlage von Rezevici

Kurz vor der Stadt Bar, der bedeutendsten Hafenstadt Montenegros habe ich mir ein Hotel gesucht, um dann morgen weiter nach Albanien an den See von Shkodra zu fahren. Bildschirmfoto 2019-05-18 um 17.50.25.png

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Höhenprofil und zurückgelegte Strecke, 77 Kilometer und 743 Höhenmeter.

17. Mai 2019

Es ist jetzt genau 18 Uhr. Ich sitze in einem Hotel in Montenegro, genauer gesagt in Savina direkt am Meer. Als ich mein Zimmer bezahlt hatte, bat ich die nette und komplett überschminkte Lady an der Rezeption, einen Platz für mein Fahrrad zu bekommen. Sie wollte mir einen Platz an der Hauptstraße geben. Madam, sagte ich, das funktioniert nicht, ich möchte schon, dass mein Fahrrad im Hotel ein Plätzchen bekommt. Es bereit mir soviel Schmerzen, dass ich auf das Beste Plätzchen bestehen muss. Jetzt steht es im SPA Bereich in der Herren Umkleidekabine.

Ich bestellte mir ein Radler, und der Kellner brachte mir ein Halbes Bier und ein Glas mit  einem Wasser in das eine Zitrone ausgepresst wurde. Na dann trinke ich halt hartes und pures Bier – natürlich local Draft Bier.

Dar Tag war heute super. Gegen 9.30 Uhr kam ich in Dubrovnik an. Diese Stadt ist ein absolut sehenswert, allerdings war die Hinfahrt auch ein Abenteuer, man möchte sagen, geradezu umwerfend, nicht nur landschaftlich sondern ganz besonders wenn ich von den LKW und Bussen überholt wurde.

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Das ist der Blick auf den neueren Teil der Stadt. Es geht mit dem Rad über die Brücke, dann zum Kai, weiter dann über die Anhöhe in die Altstadt. Kommt man dort hin, wird man von den Menschenmassen geradezu erschlagen. Anfangs war ich am Überlegen, ob ich mir das überhaupt antun soll. Ich sammle tatsächlich nur kleine Eindrücke, doch das ist überragend. Eine super tolle Stadt. Die gesamte Altstadt wurde 1979 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

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Nach dem Wiener Kongress 1814 wurde Dubrovnik von den Österreichern eingeheimst, nachdem Napoleon gescheitert war.

Dubrovnik dient für zahlreiche Szenen der Fantasy-Fernsehserie Game of Thrones  als Drehort.

Von dort ging es richtig steil bergauf, ich schätze ungefähr 12 %. Die Sonne schien mir frontal ins Gesicht, als ich oben dann endlich ankam, war ich komplett nass geschwitzt. Ich musste auf der Magistrale Richtung Flughafen Dubrovnik radeln, ein heißes Unterfangen, denn. alle 3 Minuten wurde ich von den hiesigen Bussen überholt. Ich habe den Eindruck, dass man als Radfahrer von den Busfahrern bestenfalls wahr genommen wird, allerdings ohne Rücksicht auf Verluste. Die Strasse vom Flughafen nach Montenegro war praktisch wie leer gefegt.

Montenegro hat etwas mehr als 640.000 Einwohner, ist also sehr dünn besiedelt. Erst 2006 erklärte sich Montenegro unabhängig, und wurde selbst von Serbien anerkannt. Wirklich interessant ist die Tatsache, das Montenegro keine eigene Währung hat, die Landeswährung ist der Euro. Obwohl sie nicht zur EU gehören, und schon gar nicht zum EURO Raum. Sie dürfen also keine eigenen Euromünzen prägen. Allerdings scheint die Korruption im Lande mehr als zu florieren, Montenegro ist bekannt für ihre Auftragskiller, und für die zahlreichen Clans in Europa. Sie haben sich scheinbar ein Top Image in diesem Geschäftszweig erarbeitet.

Korruption – führt immer zu bestechenden Ergebnissen.

© Helmut Glaßl

(*1950), Dipl.-Ing., Aphoristiker

Und jetzt warte ich auf mein Abendessen, denn heute gab es lediglich ein Croissant zum Frühstück. Bildschirmfoto 2019-05-17 um 16.38.36.png

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Das waren heute insgesamt 66,4 Kilometer und 753 Höhenmeter.

Morgen geht es weiter weitestgehend an der Küste Richtung Albanien.

 

 

16. Mai 2019

Für den Weisen ist das Leben ein schöpferisches Abenteuer.

© Irina Rauthmann

(*1958), deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin

Aphorismus des Tages

Gestern hatte ich mir zunächst vorgenommen etwas weiter zu fahren, damit ich heute nicht so weit nach Dubrovnik zu fahren habe. Nachdem es dann zu schütten begann, habe ich schnell umdisponiert, und mich in diesem kleinen Dorf am Meer in einer Pension eingenistet. Im benachbarten Restaurant bekam ich einen sensationell guten und natürlich fangfrischen Fisch vom Grill.

Bewaffnet mit Handy und Laptop saß ich in dieser Kneipe, trank 2  Gläschen Wein, und bearbeitete meine Geburtsglückwünsche. Es ist schon unglaublich, wie sich die Welt seit meiner Geburt verändert hat. Als ich im Jahre 1973 zu einem Austausch in der Bretagne war, bin ich einmal in der Woche in die Post, um von dort ein sogenanntes R-Gespräch mit meinen Eltern führen zu können. Soll heißen, der Angerufene bezahlt die Zeche.

Und heute? Man ist weltweit erreichbar, mit Telefonie und Daten. Wir verschicken Bilder  und Tagebücher in Echtzeit, Satelliten sagen uns wo wir sind.

Früher verschickte man Ansichtskarten um den Freunden und der Familie zeigen zu können, was man sich alles angesehen hat, und wie weit man sich von zuhause wegtraut.

Diese Explosion der Kommunikation hat die Welt zusammen wachsen lassen. Für uns ist es geradezu selbstverständlich, dass wir uns in Europa freibewegen können, und wollen uns an die Grenzkontrollen ins nahe Ausland, nach Österreich, Italien, Frankreich oder Benelux gar nicht mehr erinnern. Bei jedem Grenzübergang war ich nervös, hatte man doch das Gefühl, dem „Goodwill“ des Grenzers ausgesetzt zu sein. Als ich heute bei der Ausreise aus Bosnien-Herzegowina mit dem Rad einfach durchfahren wollte, wurde ich aber prompt zum Vorzeigen meines Passes genötigt.

Diese Freiheit, die wir heute in einem ganz besonderen Maße genießen können, ist ein unglaubliches Gut, welches es bei uns noch nie gegeben hat, uns was wir uns in keiner Weise durch irgendwelche dahergelaufenen Vollpfosten und Populisten kaputt machen lassen dürfen.

Um 8 Uhr früh setzte ich mich auf mein Pferd, und galoppierte los weiter Richtung Dubrovnik. Laut meiner App, sollten das etwa 90 Kilometer und 1200 Höhenmeter sein. Es ging los mit einem Anstieg von Meereshöhe bis auf 200 Meter, zunächst auf einer schmalen Strasse, dann weiter auf der sogenannten Magistrale. Obwohl der Verkehr mit den LKWs und Bussen nervt, bin ich eher positiv überrascht, dass man doch einigermaßen gut Radfahren kann.

Jedenfalls ist dieses Land mit dieser Natur klasse, ich bin begeistert.

Nach genau 80 Kilometern, kurz vor Dubrovnik beschließe ich mir jetzt ein Hotel zu suchen. Morgen früh um 8 Uhr fahre ich dann in die Stadt, und werde die Eindrücke auf mich wirken lassen. Dann sind es noch 40 Kilometer nach Montenegro, dort geht wohl der richtige Balkan los.

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Blick auf diese wunderbare Tiefebene. Hier werden vornehmlich Mandarinen kultiviert, und Gemüse.

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Blick auf die Weinstöcke der Kellerei Riemann.

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Ein glücklicher Radfahrer

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Luc, ein französischer Radfahrer aus Nizza auf dem Weg in die Mongolei. Ich habe ihn auf einen Kaffee eingeladen. 24 Jahre alt und voller Abenteuerlust!

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Eine unglaubliche Kulisse

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Track und Höhenprofil