3. Juni 2019

Civitavecchia – Saturnia

Um Punkt 8 Uhr saß ich heute nach einem eher mäßigem Frühstück auf meinem Rad, immer weiter Richtung Norden, Richtung Regensburg. Nachdem mir Civitavecchia nun gar nicht so recht gefallen hat, fahre ich jetzt weg vom Mittelmeer, was ohnehin mit 18 Grad mindestens 8 Grad zu kalt ist in die Toscana. Zunächst wollte ich nach Grosetto in die Maremma fahren, doch es kommt doch immer anders als man denkt. Mein Ziel ist Castel del Piano, denn dort wohnt ein alter Spezl, der „Ölbaron“. Mit bürgerlichem Namen heißt er Willi Österer und kommt aus Regensburg. Vor mehr als 20 Jahren ist er hierher ausgewandert, hat sich eine Ruine gekauft, die er dann mit eigenen Händen zu einem Schmuckstück verwandelt hat. Inzwischen betreibt er in Schwabelweis, einem Vorort von Regensburg, einen kleinen Laden, in dem er Produkte aus der Toscana verkauft, vornehmlich sein Olivenöl. Dieses Olivenöl lässt er jährlich von der DLG, von der „Deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft“ untersuchen, und wird jährlich mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Ich war vor 10 Jahren schon mal hier, was mich wirklich begeistert hat, ist nicht nur sein Anwesen, mit ein paar Ferienwohnungen und einem Pool, vielmehr ist er hier zu 100 % integriert,

Er ist einfach ein Typ, ein Original.

https://www.zumoelbaron.de

Dort werde ich morgen gegen Mittag ankommen, muss aber zuerst über ein Pass fahren, der es gerade bei diesen Temperaturen in sich hat. Erst am Donnerstag werde ich meine Reise, dann Richtung Siena fortsetzen.

Weg von der Küstenstrasse, und das Fahrradfahren macht richtig Spaß, obwohl ich wie jeden Tag mit dem Gegenwind zu kämpfen habe. Es gibt hier kein Müllproblem, die Landschaft ist ein Genuss, und ich bin mir sicher, dass auch so bleiben wird. Die südliche  Toscana ist bekannt für ausgezeichnete Rotweine, besonders aus den Trauben Merlot und Cabernet Sauvignon, aber auch für die Traube Sangiovese grosso, aus der dann der berühmte Brunello gemacht wird. 88 Kilometer und 890 Höhenmeter bin ich heute gefahren, das war richtig anstrengend. Der Arsch tut mich mir richtig weh, und das bei jetzt hochsommerlichen Temperaturen könnte man sagen, das ist eine Tortur. Um den Druck auf den Hintern zu verteilen, habe ich heute ausprobiert, ob es Sinn machen würde, eine 2. Radlhose über die 1. zu ziehen. Es funktioniert perfekt, erst am Nachmittag begannen die Beschwerden.

Keine Leistung ist so effektiv wie die auf Freiwilligkeit beruhende.

© Peter Rudl

(*1966), deutscher Aphoristiker

Würde mir jemand diese Tour befehlen, ich bin mir sicher, dass alles ganz anders wäre. Ich lasse mich halt nicht gerne fremd bestimmen.

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Burg von Montalto di Castro im Latium, kurz vor der Toscana

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Die Toscana, Wald und Schatten

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Im Hintergrund der Ort Manciano

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Die Therme von Saturnia, Auszug aus Wikipedia:

Eine Legende besagt, dass Saturnia die erste von Saturn gegründete Stadt auf der italienischen Halbinsel sei – daher leitet sich der Name Saturnia ab.

Thermalquellen, liegen ca. 1 km südlich des Ortes bei 156 m s.l.m. Sie haben dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. Aus der Thermalquelle strömen pro Sekunde 800 Liter 37 Grad warmes, schwefelhaltiges Wasser, das von den Hängen des Monte Amiata stammt. Dort sammelt sich das Regenwasser in ca. 200 m Tiefe und reichert sich mit Schwefel an. Das Wasser gelangt nach 30 Kilometern in Saturnia an die Oberfläche und ergießt sich über die Cascate del Mulino. Das Baden in den natürlich geschaffenen Sinterbecken ist kostenlos.

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Mein Tagestrip

Ein Gedanke zu “3. Juni 2019

  1. Guenther 5. Juni 2019 / 15:34

    Na endlich bist du da wo du hingehörst. In die Weinkeller. Denn dort kannst du philosophieren und probieren. Servus

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