17.6.2017

Honningsvåg – Nordkapp – Honningsvåg 


Um 8:15 Uhr habe ich mein MTB gepackt, ohne Gepäck, und dann ging es los. Rauf zum Nordkap! Google Maps sagte mir, ich hätte 33 Kilometer vor mir – einfach! Außerdem wurde mir erzählt, dass ich einige Höhenmeter zu bewältigen hätte, und die Anstiege ziemlich steil seien. Ich war vorbereitet. Einer der beiden Alex, borgte mir einen kleinen Rucksack, in dem ich Äpfel, Wasser und Müsliriegel verstaute, sowie eine warme Jacke.

Kaum war ich eine halbe Stunde unterwegs traf ich meinen tschechischen Freund Pavel mit seinem Tretroller auf dem Weg zurück vom Nordkap. Wie gibt’s denn das? Pavel ist gestern mit seinem Gerät insgesamt 158 Kilometer „getretrollert“, bis er um 1 Uhr Nachts am Norkap ankam. Schnell ein aar Fotos und wieder zurück, 20 Kilometer zum Campingplatz. Dann noch eine Mütze Schlaf und dann kam er mir entgegen. Wir tranken am Campingplatz 2 Tassen Kaffee, trennten uns, und vereinbarten, dass wir uns in Finnland wieder treffen wollen.

Weiter geht die Fahrt, 270 Höhenmeter bei einer Steigung von 9%. Es begann zu regnen, und als ich endlich richtig nass war, hörte es wieder auf, und die Sonne spitze durchs die tief hängenden Wolken, die ich fast als Schneewolken identifiziert hätte. Ich traf eine 60-jährige Britin aus Edinburgh, ich würde sagen figürlich zaundürr. Sie ist in Griechenland gestartet, und jetzt hier angekommen. Ein Österreicher ist hierher geflogen, und möchte nun nach Südafrika radeln. Ein Schweizer aus Lausanne mit einem bemerkenswerten Bierbauch ist mit Rad und Anhänger unterwegs auf einer ähnlichen Strecke wie ich. Haben die alle eine Meise?

Naja, ich bin da mittendrin, und voll dabei!

Der letzte Anstieg zum Nordkap zieht sich hin, und als ich das Gebäude dann sah, war ich in einem emotional aufgewühlten Zustand, den ich nicht beschreiben kann. 

Das ist eines der besten Momente in meinem Leben, ein emotionales Superlativ! Nicht weil ich es sportlich geschafft habe – es waren heute übrigens 60 Kilometer und 1150 Höhenmeter – nein, weil ich mir dieses Ziel in 3 Monaten und rund 90 Tagen erarbeitet habe, ein Teilziel nach dem Anderen.

Von Sevilla zum Nordkapp – 7450 km gegen Wind und Wetter. 

Gegen innere Widerstände!

Einfach cool!

Bedrohliche Wetterlage

Die Neuseeländerin und der Bayer


2 Mal Alex aus Passau und ein mal Alois aus Regensburg

5 Gedanken zu “17.6.2017

  1. franzl56 17. Juni 2017 / 23:42

    glückwunsch, aloisius. ein super bericht.

    franzl

    Von meinem iPad gesendet

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  2. Heide Blume 18. Juni 2017 / 0:08

    Herzlichen Glückwunsch zum Erreichen des großen Ziels und zu 7450 km bewältigter Herausforderung!

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  3. Jo Hagen 18. Juni 2017 / 12:47

    Lieber Alois, ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg. Ich habe großen Respekt vor Deiner Leistung.
    Nach 2472 km bin ich nach 47 Tagen mit dem Rad am 13.06. in Santiago de Compostela angekommen und seit Freitag wieder zuhause. Auch ich weiss, was Höhenmeter sind, sowohl bei Regen, als auch bei knallender Sonne. Aber im Vergleich zu dem, was Du gemacht hast, ist das nichts.
    Liebe Grüße und guten Heimweg
    Hans aus Köln

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    • Biker und Speaker 18. Juni 2017 / 13:03

      Da möchte ich dir widersprechen, denn der Unterschied ist marginal. Ich bin nur etwas länger unterwegs, mache aber auch nicht mehr Kilometer am Tag, usw. Ich habe den Jakobsweg auch schon gemacht, das ist ein grandioses Erlebnis, was ich nicht vermissen möchte. Liebe Grüße Alois

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