21.6.2017

Finnland in der eiskalten Wildnis

Gestern Abend bekam ich wieder diesen Eintopf mit Rentierfleisch, was einmalig gut schmeckt. Zu diesem Hüttendorf gehört scheinbar eine Rentierzucht, zumindest habe ich das so verstanden. 3 Bier mit 0,33 l dazu und ich ging zufrieden ins Bett. Den ganzen Abend habe ich hin und her überlegt, was ich heute machen werde, bleiben, mit dem Rad fahren, oder den Bus nehmen. Der Wetterbericht sagte wirklich schlechtes Wetter voraus, Regen und Kälte, vielleicht sogar Schnee. Wie so immer vertagte ich das ganze auf den heutigen Vormittag. Um 7 Uhr packte ich meine 7 Sachen, denn ich wollte dann auf alle Fälle weiterfahren, ob mit dem Bus oder ohne.

Beim Frühstück beschloss ich also, dass ich weiter radeln werde, obwohl der Wetterbericht für den heutigen Tag noch schlechter war, als gestern Abend prognostiziert. Als ich dann startete war es noch trocken, 10 Minuten später begann es leicht zu nieseln, sodass ich sogar überlegte umzukehren. 

Egal, fahr doch weiter, so schlimm ist das nun wirklich nicht, sagte ich zu mir. Und ich fuhr weiter. Nach einer weiteren halben Stunde begann es dann richtig zu regnen, und in Null-Komma-Nichts war ich durchnässt. Und zwar an den Händen und ebenfalls an den Füßen. Nachdem ich meinen Poncho über den Anorak zog, blieb der Rest einigermaßen trocken. Irgendwann war ich dann derart unterkühlt, dass ich beschloss, die nächste Hütte anzusteuern. 51,8 Kilometer hielt ich den Regen durch, dann war es aus. Die Hütte ist gut, allerdings eiskalt. Die Vermieter gaben mir noch zu Essen, und zu trinken, Kaffee und Bier, weil ich auch nicht viel dabei habe. Ich wollte im nächsten Supermarkt einkaufen, und am nächsten Bankautomaten Geld abheben. Der ist in der nächsten Stadt, und das sind rund 60 Kilometer nochmals von hier.

Jetzt habe ich meine Klamotten zum trocken aufgehängt und habe mir einen Kaffee gemacht, während es draußen zum Graupeln anfing. Wa soll man da noch sagen?

Das ist heute der schlimmste Tag auf meiner Reise, das kann ich wirklich sagen. Es hat geschneit in der Extremadura, in Ringbu in Norwegen, und während meiner Fahrt auf der Hurtigrute. Und jetzt geht der Mist von vorne los, und noch dazu am kalendarischen Sommeranfang, der gleichzeitig auch mein Namenstag ist. Der „heilige“ Aloisius ist der Schutzpatron der Studierenden und Intellektuellen.

Aktuell haben wir hier 2 Grad über Null, es gefriert nicht, ich muss also keine Angst haben, dass meine Wasserflaschen einfrieren. Ist doch unglaublich, oder?

Morgen soll das Wetter ab dem Nachmittag langsam besser werden, mit sinkenden Niederschlägen und leicht steigenden Temperaturen. Das hoffe ich, denn das halte ich nicht aus., und außerdem habe ich keine Lust krank zu werden.