18.09.2017

Mosna an der Donau – Simian in Rumänien


Ich komme mir gerade vor, als sei ich wieder in Finnland. Warum? Das kann ich schon erklären, denn schon gestern fand ich auf einer Strecke von 60 Kilometern keine einzige Übernachtungsmöglichkeit, heute sind es gar 100 Kilometer, auf denen es scheinbar nichts gibt, kein Hotel, keine Pension und auch keinen Campingplatz. Und zum wild Campen habe ich definitiv keine Lust. Da müsste ich mir vorher noch etwas zum Essen kaufen, unter Umständen auch noch kochen, nein, das ist nichts für mich. 

Als ich Drobeta Turnu Severin schon verlassen hatte, nachdem es hier auch keine Touristen Information gibt, fragte ich zwei Polizisten wo denn die nächste Übernachtunsmöglichkeit sei, auf dem Weg Richtung Bulgarien. In knappen 100 Kilometern erst, war die Antwort auf Deutsch. Genau, wie ich es schon erwartet hatte, denn im Internet ist hier nichts zu finden. Also blieb mir nichts anderes übrig als hier zu bleiben, um dann morgen frühzeitig zu starten. Denn die Tage werden immer kürzer. 

Gestern hatte ich ja richtig Glück mit der Pension, denn es gab pro Person 2 Zander zu essen, und die waren richtig gut. Der Inhaber ist so alt wie ich, und betreibt die Pension mit seinem Sohn, der hier von der Fischerei lebt. Neben mir waren noch 2 Radlfahrer, also gingen wir gemeinsam zum Essen. Die beiden kommen aus Australien beziehungsweise Neuseeland, und  sind schon 2 Jahre in Europa zum studieren und arbeiten. Zum Abschluss wird jetzt noch diese Radtour gemacht. Heut früh gab es noch ein gemeinsames Frühstück und dann ging es wieder los, an der Donau entlang durch das „Eiserne Tor“. Die Landschaft wird immer schöner, einfach nur klasse. 

Man darf sich nicht treiben lassen von sinnlosem Ehrgeiz, das Ziel immer im Auge behalten und mit Geduld und Durchhaltevermögen sich stetig vorwärts bewegen. 

Die Entscheidung, über die Donau auf die rumänische Seite zu fahren war definitiv falsch, denn hätte ich frühzeitig nach Hotels im Internet gesucht, wäre ich sicher in Serbien geblieben, denn da gibt es ausreichend Pensionen. So gesehen muss ich jetzt halt mit diesem Blödsinn leben. Allerdings werde ich mein Ziel sicher erreichen. 

Als ich heute an der Donau dahinradelte, sah ich plötzlich diese Weltkugel. Sie scheint am Zerbröckeln zu sein. Dabei denke ich gleich an den internationalen Terrorrismus, an Putin, Erdogan und Trump, oder an den Wahnsinnigen aus Nordkorea, dessen Namen ich mir nicht merken kann und auch nicht mag. Oder an die Populisten, die die Menschen mit ihrem Schwachsinn bewegen können. 


Noch ein paar Eindrücke von der Donau!

Das orthodoxe Kloster Mraconia in Rumänien, im Jahre 2000 neu gebaut, da das alte Kloster durch den Staudamm geflutet wurde. 

3 Gedanken zu “18.09.2017

  1. Ingo 18. September 2017 / 18:10

    Deine Fotos von der Donau werden täglich atemberaubender! Keep cycling, Alois!

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    • Biker und Speaker 18. September 2017 / 18:29

      Servus Ingo,
      Nicht mehr lange, dann bin ich wieder zuhause. Dann ist meine Tour zu Ende. Es macht mir nach wie vor Spaß jeden Tag diesen Bock zu besteigen. Jetzt schaun mer mal, dann segn mas scho….
      Viele Grüße
      Alois

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  2. Konstanze 18. September 2017 / 21:34

    Hallo Alois,
    ich melde mich mal wieder, nachdem ich endlich wieder Deine Seite besucht habe. Dein Projekt ist wirklich beeindruckend, Du bist also immer noch unterwegs und hast diese unglaubliche Strecke hinter Dir! Es tut mir leid, dass Du dich während dieser Zeit sogar für immer von Deiner Mutter verabschieden musstest. Aber vielleicht ist so eine Reise auch eine gute Möglichkeit, solch eine Beziehung und das Ende zu verarbeiten.
    Die Bilder vom heutigen Tag sind einfach großartig (ist das das Eiserne Tor?) und man fragt sich, wo kann man hier überhaupt radeln beim Anblick dieser Felswände. Weiterhin alles Gute!!!

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