17.09.2017

Golubac – Mosna an der Donau


Sonntag ist der Tag des Herrn, heißt es in der Bibel, und ich „arbeite“ fast durchgehend. Zuerst Radeln und dann Tagebuch schreiben und dann posten. Als ich heute wach wurde, war der Himmel bedeckt und es regnete ganz leicht, jedenfalls so, dass ich über eine Regenjacke nicht nachdenken musste. Dieses große Hotel aus den 60er oder 70er Jahren hat sich in keiner Weise verändert, einzig die Klopapierrollen wurden wohl getauscht. Das Frühstück war übrigens genauso bescheiden wie der Rest. Aber, der „Hunger treibts owe“. 

Für diejenigen, die der bayerischen Sprache nicht mächtig sind, würde ich dieses kurze bayerisch Statement folgendermaßen übersetzen:

Gut war es wohl nicht, aber bevor ich den Hungertod sterbe, esse ich es gänzlich auf!

Um kurz vor 9 Uhr, eigentlich zu spät, setzte ich mich dann wieder auf meinen Bock um weiter zum eisernen Tor zu kommen. 

Das Eiserne Tor ist ein Durchbruchstal an der Donau. Es liegt in den südlichen Karpaten, genauer zwischen den Serbischen Karpaten und dem Banater Gebirge, an der Grenze von Serbien und Rumänien. Bis zu seiner Entschärfung 1972 im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Eisernes Tor 1 galt es als der für die Schifffahrt gefährlichste Flussabschnitt der Donau, der nicht ohne ortskundige Lotsen passiert werden konnte. Jahrzehntelang wurden die Schiffe flussaufwärts mit Lokomotiven getreidelt (gezogen). 

Das Eiserne Tor gilt als einer der imposantesten Taldurchbrüche Europas. Am Cazan bzw. Kazan (dt. Kessel) zwischen den Städten Orșova und Donji Milanovac wird die Donau auf 200 Meter Breite verengt; sie war in diesem Abschnitt schon vor dem Dammbau bereits 50 m tief, sodass der Gewässergrund 15 m unter dem Meeresspiegel liegt. Wegen der steilen Wände der Schlucht ist der heutige Stausee trotz der Anhebung des Wasserspiegels (am Staudamm um 20 m auf 62 m über dem Meer) teilweise nicht viel breiter als das natürliche Flussbett. Auf beiden Seiten der Donau wurden Schutzgebiete eingerichtet – in Serbien der Nationalpark Đerdap, auf der rumänischen Seite der Naturpark Eisernes Tor (Parcul Natural Porțile de Fier). Wikipedia

Dieser Durchbruch ist schon wirklich äußerst imposant, ist die Donau eingebettet in diese unberührten Naturschutzgebiete. Allerdings muss man ab und zu die Augen schließen, um diesen wilden Unrat nicht ansehen zu müssen. Auf der Straße lagen heute 3 Tod gefahrene streunende Hunde, dem Geruch nach begann der Verwesungsprozess schon vor ein paar Tagen. Ich bin ja wirklich nicht geruchsempfindlich, aber da wurde mir ganz anders.

Weder im Reiseführer, noch in booking.com ist auf den nächsten 58 Kilometer eine Übernachtungsmöglichkeit, und es war jetzt doch schon 15 Uhr. Um 19 Uhr wird es dunkel, also beschloss ich die nächste Übernachtungsmöglichkeit zu nutzen. Und da bin ich jetzt. Gerade als ich mich hinsetzen konnte begann es zu regnen, das heißt, es zog ein nettes kurzes Gewitter über uns weg – Glück gehabt. Die Pension ist der absolute Hammer hier, und nachdem hier fast nur Fischer übernachten, gibt es auch nur Fisch. Nachdem ich mich schon seit Tagen von Fisch ernähre, bin ich schon gespannt. Die Franzosen sind vorbeigefahren ohne mich zu hören. So schien es, dass ich mal wieder einen Abend allein sein werde. Dem ist aber nicht so, denn ein Neuseeländisches Pärchen ist ebenfalls hier, auf einem ähnlich Weg wie ich. Sie werden über Mazedonien nach Dubrovnik radeln, wie es dann weiter gehen soll habe ich nicht erfragt. 

Für mich geht es morgen weiter Richtung Drobeta Turnu Severin in der „kleinen Walachei“. Das sind noch ungefähr 60 Kilometer, hab ich das zurückgelegt, werden ich nachdenken!


Die Donau, wie man sie nicht kennt! Absolut sehenswert!

Der Donauradweg (Eurovelo 6) und der Weg der Geschichte der Teilung Europas (Iron Curtain Trail) verlaufen hier gemeinsam!

Ab hier geht’s bergauf ungefähr 150 Höhenmeter – kein Problem!


Da wohn ich und da bleib ich…..cool oder?

2 Gedanken zu “17.09.2017

  1. Robert BAYER 17. September 2017 / 23:27

    Hallo Alois
    Ich erinnere mich noch sehr an meine Reise auf der gleichen Strecke von vor ein paar Jahren. Du wirst noch viele Tiere am Straßenrand finden und noch mehr streunende Hunde die nur mit dir“spielen“ wollen.
    Weiterhin alles Gute und immer Luft in den Reifen.

    Robert
    http://WWW.freidurchatmen.de

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  2. Therese und Yves Truan 18. September 2017 / 11:23

    Hallo Alois
    Wollten eigentlich unsere Reise bis ans Schwarze Meer machen, aber mir hat ein Rein, Main, Donau Kapitän von einer Schweizer Rederei abgeraten, besonders wenn man schon über 70 Jahre alt ist. Nun wie du das alles beschreibst, haben wir gut getan es nicht zu machen, aber wir lese deinen Bericht immer sehr gerne. Weiterhin gute Fahrt und immer schön Strampeln.
    Therese und Yves

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