19.09.2017

Simian in Rumänien – Widin in Bulgarien


Es ist kaum zu glauben, dass ich heute über die Grenze von Rumänien nach Bulgarien gefahren bin, in ein Land, von dem ich nichts weiß, aber auch gar nichts. Bulgarien kenne ich nur durch irgendwelche Berichte über die Bade- und Partyorte am Schwarzen Meer. Und das interessiert mich nun mal gar nicht. Nachdem sich die Reise langsam dem Ende neigt, mache ich mir immer häufiger Gedanken über das bisher Erlebte, über die vielen Menschen die mich begleitet haben, die ich kennen lernen durfte, und über die vielen Länder die ich mit meinem Radl bereist habe. 

Es begann in Spanien, dann kam Frankreich, England, Wales, Irland, Nordirland, Schottland, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland, Tschechien, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und jetzt noch Bulgarien! Das ist einfach ein Wahnsinn, den es zuerst einmal zu verarbeiten gibt – wenn ich wieder zuhause bin.

Und was dann?

Ich werde wohl am Freitag in Sofia ankommen. Von Sofia aus möchte ich mit dem Zug nach Thessaloniki reisen, denn ansonsten wird es wohl zeitlich eng werden, denn Mitte Oktober möchte ich wieder zuhause sein.

Ja, heute früh um 08:30 Uhr ging’s dann wieder los, auf einer sehr stark befahrenen Straße eben Richtung Widin in Bulgarien. Das sind genau 108 Kilometer, die es erst einmal zurückzulegen gilt, immer gegen den Wind, und der war stark heute, und mit diesem Gepäck. Alle 500 Meter liegt irgendein platt gefahrener Hundskörper am Straßenrand und fault und verwest vor sich hin. Einmal musste ich über ein solches Viech fahren, denn ansonsten hätte mich ein LKW platt gemacht. Und der Gedanke, ebenfalls so zu verwesen, gefällt mir nun mal gar nicht. 

Als ich gerade mal über einen Bergkamm fuhr, verfolgten mich zwei, offensichtlich nicht spielfreudige Köter, wild bellend und mit fletschenden Zähnen. Ich war schneller, es ging ja gerade bergab. Doch das nervt brutal, und macht mich auch nervös. So nervös, dass ich mein Taschenmesser ausklappte, und griffbereit in die Lenkertasche steckte. Was soll ich sonst tun?

Nachdem ich die Schleife der Donau abkürze, komme ich durch viele Dörfer, die ihre Armut nicht gerade verstecken. Wie wollen diese Menschen aus diesem Sumpf herauskommen? Hier geht es teilweise zu, wie, ja wie vor meiner Geburt. Einem Zigeuner habe ich 4 Äpfel abgekauft, für nicht einmal 50 Cent. Als ich ihm einen Euro gab, schüttelte er dankbar meine Hand. Und das war ehrlich gemeint.

108 Kilometer galt es also zurückzulegen, um dann in Bulgarien zu übernachten. Und da bin ich jetzt, in einem ehemaligen 3-Sterne Hotel, und da im 3. Stockwerk. Das ist einfach ein alter Kommunisten Schuppen. 1994 lebten hier 64.000 Einwohner, heute sind es gerade mal 48.000! Die jungen Menschen verlassen die Stadt, wahrscheinlich das Land, auf der Suche nach einem besseren Leben – ich kann das nachvollziehen. 

Wohnblock in Widin – Bulgarien!

Badeidylle auf der Sandbank in der Donau!

Bauernhof! 


Angelchaos! 


Nochmal ein Bauernhof……

4 Gedanken zu “19.09.2017

  1. Hecht Georg 19. September 2017 / 21:00

    Respekt über die Leistung !!!

    Bestimmt gibt es wieder einen Vortrag wie über den Jakobsweg
    Schorsch aus Roding

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    • Biker und Speaker 19. September 2017 / 21:48

      Das wird passieren lieber Schorsch!
      Bis dann!
      Liebe Grüße
      Aloiis

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  2. Reisinger wolfgang 19. September 2017 / 23:25

    Hast jetzt die 108 km geschaft. Super.
    Grüße von den Reisingers

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  3. Therese und Yves Truan 20. September 2017 / 11:01

    Hallo Alois,
    Respekt für deinen Mut, ist wieder einmal eine tolle Geschichte. Die Hunde wäre für mich schon ein Problem gewesen,Ich hätte allerdings Pfeffer spray zu Hause gekauft. Auch die ganze Armut. Leben wir doch in einer heilen Welt (Umgebung) weiterhin gute Fahrt.
    Therese und Yves

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