31.5.2017

Hurtigrute – Sørvågen auf den Lofoten

Nach diesen gestrigen Irrwegen, Umwegen und Gegendenindwegen, einer Mahlzeit und einem Bier bei kurdischen Italiener in Rørvik kam um 21 Uhr endlich mein Schiff. Das Schiff ist die MS Lofoten, das älteste noch im Einsatz befindliche Hurtigrutenschiff. Die Passagiere, die ich hier kennengelernt habe, wollten nur mit diesem Schiff fahren, weil man hier noch das Gefühl hat, mit einem Postschiff unterwegs zu sein, und nicht mit einem Luxusdampfer. Und so ist. Ich buchte also nur die Fahrt, und verzichtete auf eine Kabine. Ich schlief auf einer der Sitzgarnituren in der Lounch – maximal 3 Stunden. Die Dame mit dem Staubsauger reduzierte ihren Arbeitseinsatz auf ein Minimum. 

Als ich das Fahrrad auf das Schiff schob, sprach mich sofort ein Fahrradfahrer aus Nürnberg an, der jetzt mit der Hurtigrute zum Nordkap fährt. Von dort aus geht es über die Atlantikrute nach Hause. Es spricht sich auf einem so kleinen Schiff schnell rum, dass ein vollkommen durchgeknallter Bayer – damit meine ich mich, wenn das irgendjemand nicht verstehen sollte – mit dem Fahrrad von Sevilla zum Nordkap fährt. 

Wie immer lernte ich eine Menge netter Menschen kennen. Um 2 Uhr früh gingen dann alle ins Bett, und ich machte es mir eben auf der Couch gemütlich. Um 7:32 Uhr stand ich Achtern auf dem Deck und fotographierte die Weltkugel als wir den Polarkreis querten. 


Immer wieder schneite es, die Berge waren oft in diesen Schneestürmen fast nicht mehr zu sehen. Da bin ich doch froh, meinem Gefühl gefolgt zu haben. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden dann die Willigen anlässlich der Überfahrt über den Polarkreis mit Eiswürfeln getauft. Darauf habe ich gerne verzichtet, das habe ich nun doch schon einige Male hinter mir, und wahrscheinlich auch vor mir.

In Bodø angekommen, bin ich sofort zur Touristeninformation um mich über ein Zimmer zu erkundigen. Alles unter 120 € pro Nacht war schon gebucht. Also habe ich beschlossen mit dem Schiff weiterzufahren, um dann auf den Lofoten zu bleiben. Scheinbar sieht es hier besser aus. In der Touristeninformation sagte man mir, dass es ungewöhnlich sei, wie ausgebucht momentan die Gegend ist.

Jetzt bin ich auf den Lofoten angekommen und es ist hier wie gemalen, oder wie es fast nicht schöner zu malen geht.