14.09.2017

Ilok – Stara Pazova


Das gestrige Hotel war gut, das Essen ebenfalls. Um 20:30 Uhr lag ich todmüde schon in der Kiste, schaltete den Fernseher ein, und wachte um 1 Uhr wieder auf. Aber das muss ich gar nicht weiter erklären, das kennt wohl jeder. Einzig das Frühstück war mäßig, einfach so wie man es aus südlichen Ländern nicht anders gewöhnt ist. Gegen halb 10 begann ich dann wieder zu radeln, circa 2 Kilometer, dann stand ich an der kroatischen Grenze. Dann musste ich noch über die scheinbar 750 Meter lange Donaubrücke, und dann stand ich an der Grenzkontrolle nach Serbien. Wenn man die jüngste Geschichte kennt, und den Krieg noch im Gedächtnis hat, geht man automatisch mit gemischten Gefühlen über die Grenze. Die Brutalität einiger Serben habe ich jedenfalls nicht vergessen. 

Das Land hat sich mir heute von seiner besten Seite gezeigt, denn der Himmel war den ganzen Tag wolkenlos. Ein paar Kilometer südlich von Novi Sad habe ich die Abzweigung zum Donauradweg wohl verpasst, wahrscheinlich war ich wieder tief in meine Gedankenwelt versunken. Also blieb ich auf dieser Straße Nr. 100. 

In den Augen der serbischen LKW Fahrer scheint der Radfahrer eher Freiwild zu sein, denn die Überholen mit einem Abstand von 20 cm. Die Autofahrer sind da nicht viel besser. 

Die Straßen haben derartig tiefe Spurrillen, dass man in der rechten Spurrille fahren muss. Rechts daneben ist meistens kein Platz. Ab und zu fährt man auch über Betonplatten, die furchtbare Querrillen haben, aber auch zum Teil fußballgrosse Schlaglöcher. Dann entwickelt sich die Straße zu einem MTB Trail. Zum Radeln ist das eine Katastrophe. 

Die Menschen sind arm hier, ärmer als die Menschen in Ungarn. Ich fühle mich manchmal von den Leuten hier beobachtet und taxiert. Ich fühle mich teilweise nicht allzu wohl. 

Nach Belgrad sind es noch um die 40 Kilometer. Ob ich dort bleibe oder weiterfahre will ich noch gar nicht entscheiden, das werde ich morgen sehen.

Novi Sad ist die Hauptstadt der autonomen Provinz „Vojvodina“. Das ist einer der besten ackerbaulichen Gebiete in Europa, mit den besten Böden. 

Die Donau in voller Pracht!

Festung Pedrovaradin in Novi Sad


An der serbischen Weinstraße