30.09.2017

Korinth – Selianitika


Nachdem ich gestern in Korinth geschlafen habe, und mir deshalb die Geschichte Korinths in Wikipedia durchgelesen habe, was ich immer mache, bin ich per Zufall auf den Ausdruck Korinthenkacker gekommen. Ich möchte das nun mal klarstellen, dass die sogenannten Korinthenkacker nicht die Menschen sind, die am Isthmus von Korinth versuchen, in den 75 Meter tiefer liegenden Kanal…den Rest kann man sich ja mal denken. Nein, natürlich nicht, sondern die Korinthenkacker sind ganz besonders pedantische Menschen, Erbsenzählen oder „Dipferlscheisser“. Die Korinthen sind tatsächlich die kleinste Rosinenart. Jetzt sollte diese Begrifflichkeit geklärt sein!

Gestern Abend habe ich noch einen kleinen Spaziergang in Korinth gemacht. Die Fußgängerzone in der Innenstadt von Korinth ist tatsächlich schön anzusehen, und hier spielt sich das Leben ab. Schönen Läden und auch moderne Bars und Restaurants laden förmlich zum Besuch ein. 

Nachdem mein Schiff am Montag Nachts in Patras erst ablegt, habe ich für diese noch verbleibenden restlichen 150 Kilometer alle Zeit der Welt. Leider habe ich mir aber ein frühes Bettgehen aber auch Aufstehen angewöhnt, sodass ich kurz nach 6 Uhr schon hellwach war. Trotzdem bin ich erst um 9 Uhr losgefahren. Dummerweise fing es kurz danach zu regnen an, sodass ich mir in einer Bar einen Cappuccino zu Überbrückung genehmigte. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Dann ging’s weiter, und jetzt wurde ich erst richtig nass. Es begann nämlich wieder leicht zu regnen. Das Spritzwasser des Hinterrades weichte dann selbst den Rest meines Haupthaars ein, mangels Schutzblech natürlich. Den ganzen Tag ging es an der Küste entlang, von einem Fischerdorf ins andere. Die Gegend scheint nahezu ausgestorben zu sein, der Rest der hier verbleibenden Menschen ist dabei alles einzuwintern. Ich möchte sagen, das sieht zum Teil trostlos aus. Unterwegs traf ich dann ein Pärchen, Mario aus Argentinien und Fanny aus Frankreich mit ihrer 2 Jahre alten Tochter. Beide fahren mit Anhänger, Mario mit der Tochter und Fanny mit dem Gepäck. Seit Juli sind sie schon unterwegs um die Welt kennen zu lernen. Er fragte mich, was ich davon halten würde, wenn sie mit den Fahrrädern durch Tunesien, Algerien dann nach Marokko fahren würden, ob das gefährlich sei. Nun, ich kann das natürlich nicht beantworten, ich jedenfalls, ja ich kann mir vorstellen, das zu riskieren. Ohne Selbstvertrauen scheitert man doch mit absoluter Sicherheit, mit zuviel allerdings auch, dann eher menschlich. 

So habe ich heute in der Tat 100 Kilometer zurück gelegt, mit einem Schnitt von 19 km/h. Morgen verbleiben noch knappe 40 Kilometer bis Patras. Der Montag wird wohl eher langweilig werden. Wenn es geht werde ich mich einer Sightseeing Tour anschließen, eventuell nach Olympia oder Sparta. Das werde ich morgen abchecken. Mittwoch früh werde ich in Venedig ankommen. Dann geht’s langsam nach Hause!

Läufer am Spartathlon Lauf über eine Strecke von 250 Kilometer 

Frühmorgens vom Hotelzimmer aus

Küstenregion am nördlichen Peloponnes 

Der Fels in der Brandung

Ein Gedanke zu “30.09.2017

  1. Peter Wild 30. September 2017 / 22:25

    Hallo Alois, bei den beiden Alternativen würde ich Dir Olympia empfehlen. Sparta ist nur eine moderne Stadt, nichts antikes. Bestenfalls die Klöster von Mistras in der Nähe. Es gibt aber auch eine alte Eisenbahnstrecke in der Nähe von Patras (Diakopto). Auch sehenswert in Patras ist die Andreaskirche. Viel Spaß auf der Fähre. Geht’s bis Venedig? Bis bald.

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