6.10.2017

Gemona – Tarvisio


Das Abendessen war gestern Spitzenklasse, so wie man sich das Essen in Italien vorstell. Ja, war das gut, ich kann es gar nicht beschreiben, denn alleine bei dem Gedanken an dieses Essen lässt mir das Wasser im Mund zusammen laufen. 

Allerdings habe ich seit heute früh tatsächlich Leichte Halsschmerzen, und habe das Gefühl nun endgültig krank zu werden. Ein Wunder wäre es ja nicht, wenn ich die Klimaanlage auf der Fähre denke. 

Als ich dann nach dem guten Frühstück bei der Post meine beiden Satteltaschen nach Hause schicken wollte, hätte es mich beinahe an Ort und Stelle flachgelegt, als ich hörte, dass die überaus reizende Dame tatsächlich pro Tasche 50 € kassieren wollte. Mit meinem bruchstückhaftem Italienisch konnte ich ihr erklären, dass ich lediglich 2 Pakete nach Deutschland schicken wollte, und die italienische Post übernehmen wollte. Ich nahm also meine 2 Satteltaschen wieder zurück, und fuhr dann weiter. Diese ganze Aktion mit Warten am Schalter dauerte eine ganze Stunde. 

Von Gemona nimmt man den Fahrradweg Richtung Salzburg, die „Via Alpe-Adria“, benannt nach dieser berühmten Bank, die die bayerische Staatsregierung zu einem „Schäppchenpreis“ erwerben konnte. Ich habe allen Respekt vor den Kärntnern, die es doch geschafft haben, unsere gscheiden Politiker derartig zu bescheissen!

Die Via Alpe-Adria ist eine aufgelassene Zugstrecke Richtung Villach, und steigt stetig aber sehr moderat an bis auf ein Höhe von rund 820 Meter über Meereshöhe. Wieder einmal hatte ich mit stark böigem Wind zu kämpfen, und zwar kommt jetzt dieser kalte Nordwind. Gestartet bin ich heute mit kurzer Hose, und meiner Softshellweste, die ich dann aber später gegen die langärmlige eintauschen musste. Es wurde wirklich kalt – entsetzlich. Seit Monaten laufe ich mit kurzer Hose rum, das scheint jetzt endgültig beendet zu sein. 

Eigentlich wollte ich mit dem Rad über den Nassfeldpass fahren, doch ich war dummerweise etwas zu spät in Pontebba. Erst von dort geht es auf den Pass. Ich wäre Gefahr gelaufen in die Dunkelheit zu geraten, also blieb ich auf der Fahrradstrecke nach Villach. 70 Kilometer waren heute genug, gegen böigen Wind und halt bergauf. In Tarvisio fand ich nun ein Hotel, sitze jetzt, dick angezogen auf einer Terasse, und trinke mein obligatorisches Bier. Die Sonne wärmt mich einigermaßen auf, doch hat es momentan nur 12 Grad. Ich muss mich jetzt wohl oder übel geistig und emotional auf den Winter einstellen. Der Wetterbericht schaut richtig cool aus. Es soll hier Nachtfrost geben, und ab Mittag sollen die Temperaturen dann zweistellig werden. Das heißt, über 10 Grad!

Herbstliche Farben in noch grüner Umgebung!

Ohne Worte

Ein Radlfahrer beim verdienten Cappuccino!

Alte Eisenbahnbrücke – jetzt Teil der Via Alpe Adria

Eine spektakuläre Wegführung durch die julischen und karnischen Alpen!


Das Kanaltal

3 Gedanken zu “6.10.2017

  1. Eschenwecker Anton 6. Oktober 2017 / 19:46

    Ja Alois – jetzt bist zumindest bei unseren deutschsprachigen Nachbarn angekommen. Wetterlage – die war im Norden, trotz Hochsommer auch sehr ähnlich – also jammere nicht und a bissel Halsschmerzen, die hält so ein Weltenbummler locker aus!
    Unsere Nachbarländer und die Heimat haben aber auch unbestreitbare Vorzüge – das beschränkt sich sicher nicht alleine auf die „Fresserei“ – Du kannst es erst wieder richtig genießen, sobald Du körperlich und geistig bereit bist, angekommen zu sein…
    Also viel Glück auf den letzten Metern und tritt eine!
    lG Anton

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    • Biker und Speaker 6. Oktober 2017 / 19:53

      Servus Anton,
      Du hast vollkommen Recht, denn es wird nicht gejammert. Wo gibt’s denn sowas.
      Essen super, Trinken super!
      Morgen gehts dann weiter, am WE dahoam!
      Viele liebe Grüße
      Alois

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  2. Johann Bock 6. Oktober 2017 / 19:53

    Danke für den tollen Bericht, diese Strecke bin ich auch schon gefahren. Ich hoffe auf besseres Wetter, damit das Fahren mehr Spaß macht!

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