25. April 2019

Tag 6

Bevor ich über den gestrigen Abend, beziehungsweise über den heutigen Tag schreibe möchte ich nochmals auf Richard Löwenherz eingehen, ist er doch ein berühmter Mensch gewesen. Zumindest glaube ich mich an ein Englisch Lektion erinnern zu können, in der er höchstpersönlich die Hauptrolle spielte.

Angeblich war Löwenherz der Erzfeind von Herzog Leopold 5. von Österreich. Als er sich auf der Rückreise eines Kreuzzuges durch Österreich befand, soll er sich angeblich verkleidet durch Österreich geschlichen haben. Er wurde schließlich erkannt und eingekerkert.

Für mich ist das absolut absurd, denn wahrscheinlich haben sie sich um eine Frau gestritten, was sich der österreichische Herzog nicht gefallen ließ.

Na gut, Schluss mit dem Blödsinn, wegen mir werden die Geschichtsbücher ohnehin nicht umgeschrieben, obwohl es mir mehr als logisch erschiene.

Nachdem ich schon öfter in der Wachau verweilte, um die schöne und pittoreske Landschaft und den einmaligen Wein zu genießen, zog es mich wieder mal dahin, wo ich mich halt auskenne, nach Weissenkirchen. Er liegt mitten in der Wachau, und zwar da, wohl es eben die besten Weinlagen gibt. In der Touristeninformation erkundigte ich mich nach einer Unterkunft in der Nähe einer Buschenschänke, die ich dann mir Leib, Leben, Hunger und Durst frequentierte. Als dieser dann gestillt war, mein Blog zu Publikation reif, war zog ich mich in mein Gemach zurück, um den Sieg der Bayern im Fernsehen zu verfolgen.

Nach einem eher dürftigen Frühstück startete ich gegen 8.30 Uhr in den neuen Tag, Donau abwärts in Richtung Wien. Mein Weg führte mich eben als erstes nach Dürnstein, wo ungefähr gefühlte 2000 Amerikaner und Asiaten durch den Ort getrieben wurden. In Krems an der Donau kaufte ich mir schließlich eine neue Brille, nachdem ich meine gestern früh unterwegs verlor. Ein Umstand, der mir sicherlich 2 mal im Jahr passiert.

Der Unterschied zwischen Dummheit und Intelligenz:

Der Dumme macht immer den gleichen Fehler, der Intelligente immer neue!

Zwischen Krems und Tüll geht es circa 40 Kilometer auf dem Donaudamm dahin, begleitet von einer leichten Brise – natürlich Gegenwind!

Auch wenn man nur auf dem Fahrrad sitzt, ist man doch immer gezwungen, Entscheidungen zu treffen. Ich spreche natürlich nicht von großen und lebenswichtigen Entscheidungen, dennoch beschäftigte mich heute, wo ich abends bleiben möchte. Fahre ich weiter mit dem Rad nach Klosterneuburg, oder nächtige ich in Wien? Wenn man in Wien eine ordentliche Unterkunft möchte, zahlt man locker 100 oder 150 € für die Nacht.   Nachdem ich die Stadt ganz gut kenne, ich habe 2 Jahre dort gearbeitet, habe ich mich eben kurzerhand entschieden in das Hotel zu fahren, in dem ich diese 2 Jahre verbrachte. Es liegt 20 Kilometer ausserhalb, mitten in der Thermenregion, ebenfalls ein wunderbares Weinanbaugebiet. Also habe ich mich in Tulln in den Zug gesetzt, und bin kurz entschlossen nach gefahren. Nach eineinhalb Stunden in der Stadt hat mir dann gereicht. Ich meide solche Städte, denn mit dem Fahrrad sind sie für mich ein Moloch. Jetzt sitze ich in diesem wunderbaren Gastgarten – so sagt man in Österreich, und genieße die Ruhe.

Als ich das erste Mal in diesem Hotel an der Bar saß, fragte ich den Hotelier, ob er mir einen guten Rotwein empfehlen könne. Schon beim ersten Wein konnte ich die Trauben erahnen, beim 2. Wein ist es mir wieder gelungen. Kenna ein sie oos, fragte mich der Chef, und von diesem Zeitpunkt an, durfte ich an jeder Weindegustation partizipieren. Als ich mich an der Rezeption bei seiner Gattin erkundigte, wann er denn heute Abend kommen würde, teilte sie mir mit, und sie erkannte mich sofort wieder, dass er vor 6 Wochen vollkommen überraschend verstorben sei…..

Schade!

Die Wiedersehensfeier bei einem guten Tröpfchen Wein bleibt lediglich ein Wunsch!

That’s live!

Übrigens saß ich an eben dieser Bar, als die Twin Tower in New York zusammen stürzten.

Ja, morgen wird mich der Weg in Richtung Steiermark führen, auf dem Eurovelo 9, einem europäischen Fernradweg von Danzig nach Pula in Kroatien.

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Die Tagesroute inklusive der Eisenbahnfahrt

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Weissenkirchen in der Wachau

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Die Donau und der Radweg

_DSC1151.jpgIm Hintergrund Dürnstein mit der Burgruine

 

 

Ein Gedanke zu “25. April 2019

  1. Anton Eschenwecker 25. April 2019 / 21:18

    „Alois der radelnde Geschichtler und Philosoph“ – wie wird das mit Dir erst in der Heimat der Helenen werden!? Interessant ist schon, wie flott doch so ein (ehemals) Modell-Athlet voran kommt. Wird wahrscheinlich dann doch das „warm up“ für die angedachte Afrika-Durchquerung. Unser Segen und Neugier ist Dir jedenfalls sicher… weiter gute und sichere Fahrt lieber Alois!

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