16. Mai 2019

Für den Weisen ist das Leben ein schöpferisches Abenteuer.

© Irina Rauthmann

(*1958), deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin

Aphorismus des Tages

Gestern hatte ich mir zunächst vorgenommen etwas weiter zu fahren, damit ich heute nicht so weit nach Dubrovnik zu fahren habe. Nachdem es dann zu schütten begann, habe ich schnell umdisponiert, und mich in diesem kleinen Dorf am Meer in einer Pension eingenistet. Im benachbarten Restaurant bekam ich einen sensationell guten und natürlich fangfrischen Fisch vom Grill.

Bewaffnet mit Handy und Laptop saß ich in dieser Kneipe, trank 2  Gläschen Wein, und bearbeitete meine Geburtsglückwünsche. Es ist schon unglaublich, wie sich die Welt seit meiner Geburt verändert hat. Als ich im Jahre 1973 zu einem Austausch in der Bretagne war, bin ich einmal in der Woche in die Post, um von dort ein sogenanntes R-Gespräch mit meinen Eltern führen zu können. Soll heißen, der Angerufene bezahlt die Zeche.

Und heute? Man ist weltweit erreichbar, mit Telefonie und Daten. Wir verschicken Bilder  und Tagebücher in Echtzeit, Satelliten sagen uns wo wir sind.

Früher verschickte man Ansichtskarten um den Freunden und der Familie zeigen zu können, was man sich alles angesehen hat, und wie weit man sich von zuhause wegtraut.

Diese Explosion der Kommunikation hat die Welt zusammen wachsen lassen. Für uns ist es geradezu selbstverständlich, dass wir uns in Europa freibewegen können, und wollen uns an die Grenzkontrollen ins nahe Ausland, nach Österreich, Italien, Frankreich oder Benelux gar nicht mehr erinnern. Bei jedem Grenzübergang war ich nervös, hatte man doch das Gefühl, dem „Goodwill“ des Grenzers ausgesetzt zu sein. Als ich heute bei der Ausreise aus Bosnien-Herzegowina mit dem Rad einfach durchfahren wollte, wurde ich aber prompt zum Vorzeigen meines Passes genötigt.

Diese Freiheit, die wir heute in einem ganz besonderen Maße genießen können, ist ein unglaubliches Gut, welches es bei uns noch nie gegeben hat, uns was wir uns in keiner Weise durch irgendwelche dahergelaufenen Vollpfosten und Populisten kaputt machen lassen dürfen.

Um 8 Uhr früh setzte ich mich auf mein Pferd, und galoppierte los weiter Richtung Dubrovnik. Laut meiner App, sollten das etwa 90 Kilometer und 1200 Höhenmeter sein. Es ging los mit einem Anstieg von Meereshöhe bis auf 200 Meter, zunächst auf einer schmalen Strasse, dann weiter auf der sogenannten Magistrale. Obwohl der Verkehr mit den LKWs und Bussen nervt, bin ich eher positiv überrascht, dass man doch einigermaßen gut Radfahren kann.

Jedenfalls ist dieses Land mit dieser Natur klasse, ich bin begeistert.

Nach genau 80 Kilometern, kurz vor Dubrovnik beschließe ich mir jetzt ein Hotel zu suchen. Morgen früh um 8 Uhr fahre ich dann in die Stadt, und werde die Eindrücke auf mich wirken lassen. Dann sind es noch 40 Kilometer nach Montenegro, dort geht wohl der richtige Balkan los.

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Blick auf diese wunderbare Tiefebene. Hier werden vornehmlich Mandarinen kultiviert, und Gemüse.

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Blick auf die Weinstöcke der Kellerei Riemann.

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Ein glücklicher Radfahrer

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Luc, ein französischer Radfahrer aus Nizza auf dem Weg in die Mongolei. Ich habe ihn auf einen Kaffee eingeladen. 24 Jahre alt und voller Abenteuerlust!

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Eine unglaubliche Kulisse

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Track und Höhenprofil

 

4 Gedanken zu “16. Mai 2019

  1. Eschenwecker Anton 16. Mai 2019 / 18:54

    Ja lieber Neusechziger, das mit den kommunikativen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist schon phänomenal. Ich kann mich an ein Schlüsselerlebnis in den frühen 90ern erinnern, als ich auf einer dieser vielen unbewohnten >Inseln in den Kornaten stand und mit einem Siemens S4 im D-Netz tatsächlich eine Verbindung nach Regensburg gelang – damals ein geradezu unbeschreiblich! Es war unser Lieblings-Segel-Revier und wir waren damals ungewollt Zeitzeugen des Krieges praktisch vor unserer Haustür. Wer mit offenen Augen durchs Land fährt kann die unverheilten Wunden noch immer erkennen.
    Gute Reise Alter und herzliche Grüsse von den Daheimgebliebenen!
    Anton

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  2. Maria Wagner 16. Mai 2019 / 20:39

    Lieber Alois,

    nachträglich die besten Wünsche zum Geburtstag, unvergessliche Momente und Träume, die in Erfüllung gehen.
    Mensch, jetzt bist du 60. Habe dich seit deinem 50. Geburtstag nicht mehr gesehen….
    So wie es aussieht, erlebst du gerade einen Traum.
    Viel Spaß und mach`s gut!
    Liebe Grüße, Maria aus München

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  3. Therese Truan 16. Mai 2019 / 23:39

    Hallo Alois,
    auch aus der Schweiz mit etwas Verspätung alles liebe und gute zum Geburtstag.
    Auch Yves und sein Deuter Freund sind nun unterwegs, in Tschechien und haben auch mit Wind und Regen zu kämpfen, aber es kann ja nur noch besser werden, weiterhin gute Fahrt
    äs grüssli aus Steffisburg Therese.

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  4. Herbert Kolb 17. Mai 2019 / 9:31

    Hallo Alois
    Deine Information zur grenzenlosen EU finde ich super. Genau diese Eindrücke haben und diskutieren wir auch regelmäßig: Wir können jederzeit überall hinfahren, sind überall erreichbar, etc. Diese EU ist super, es hat sich sehr viel positiv verändert die letzten Jahre. Grüße Herbert

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