31. Mai 2019

Gestern habe ich wieder mal in einem Hotel übernachtet, nachdem die Campingplätze immer noch nicht offen sind, und ich irgendwie auch eher auf Bett eingestellt bin. Irgendwie hatte ich heute ein Motivationsloch, und suchte immer nach Möglichkeiten möglichst wenig zur radeln. Da gibt es natürlich viele Möglichkeiten, Fotografieren, in Google Maps recherchieren, Telefonieren, Google News lesen, nachdenken oder die Natur genießen.

Die beste Motivation ist das eigene Wollen.

© Olaf Dohmen

deutscher Hobby-Aphoristiker

Und irgendwie wollte ich heute partout nicht. So gesehen ist es natürlich nachvollziehbar, dass ich heute nur 70 Kilometer weit gekommen bin, obwohl ich nur ganz leichten Gegenwind hatte, und es weitgehend flach dahin ging. Das wird’s wohl gewesen sein, es war zu einfach, die Herausforderung hat gänzlich gefehlt.

Außerdem wird es immer freundlicher hier, wilde Müllhalden habe ich heute gar nicht mehr gesehen, allerdings scheint diese Küste touristisch bis auf den letzten Quadratmeter ausgebaut zu sein. Die Nähe zu Rom spricht da schon für sich.

Ich befinde mich weitgehend auf historischem Untergrund, denn diese Straße wurde bereits 312 v. Chr. erbaut, und ist unter dem Namen Via Appia bekannt. Bei uns in Regensburg, beziehungsweise im Landkreis Regensburg gibt es auch eine Römerstrasse. Sie heißt „Ochsstraß“, hochdeutsch Ochsenstrasse.

Los ging es heute in Formia, einem alten Seebad, circa 130 Kilometer von Rom entfernt, an der Via Appia gelegen. Weiter ging es auf der Via Appia nach Terracina, hier wird gerade gearbeitet was das Zeug hält um in die neue Badesaison starten zu können.

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Weitere 20 Kilometer weiter liegt ein alter von Römern gebauter Kanal.

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Nachdem ich heute eher weniger auf der Superstrada radelte, war der Verkehr erträglich, ich rechne aber damit, das es in Kürze hier voll wird. Überall werden die Campingplätze hergerichtet, die Strände mit speziellen Rechen entmüllt, es wird geweißelt und gepflastert, damit es die Touristen wieder schön haben. Und das natürlich in italienischer Manier, in aller letzter Minute. Ich könnte auch Italiener sein.

Als ich gegen 16 Uhr in dem Hotel ankam, welches ich mir in booking ausgesuchte hatte, aber nicht gebucht, und das zu einem Preis von 53 € inclusive Frühstücksbufett, fragte ich ganz schüchtern nach dem Preis. Ein Doppelzimmer mit Meerblick kostet 140 €, mit Hinterhofblick 110 €. Ich fragte dann, ob ich dann im Keller schlafen müsse, wenn ich jetzt über booking.com buchte.

Dann kam die Managerin und argumentierte diesen eklatanten Preisunterschied, oder sie versuchte es zumindest. Würde ich nicht einigermaßen cool sein, müsste ich gehen, weil man sich da wirklich veräppelt vorkommt.

Das Hotel liegt auf einer ewig langen Sanddüne zwischen Neapel und Rom, wunderschön gelegen, und absolut ruhig.

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70 Kilometer reichen für heute

 

3 Gedanken zu “31. Mai 2019

  1. Petra Kress 1. Juni 2019 / 9:28

    Hallo Alois,
    macht wieder richtig Spaß, Dich zu lesen!!👍🏻😉in der Nähe von Rom ist das kleine Städtchen Puerto Ercole, da haben Sie uns vor ziemlich genau 30 Jahren innerhalb 4 Minuten unseren Rucksack mit Geld und allem was wir hatten aus dem Auto geklaut…..werd‘ ich nie vergessen🙈, im Zelt bei strömenden Regen und wir mussten uns Geld anweisen lassen……
    Genieße Deine Reise , jetzt wird das Wetter ja auch besser und hab‘ Spaß dabei!!! Liebe Grüße Petra…..jetzt bin Ich mal in Regensburg und Du wieder nicht🥴

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  2. Konrad Mundt 1. Juni 2019 / 12:30

    Hallo, lieber radelnder Alois, Grüße aus der Donausteppe. Eine Ochsenstraß ist mir bei Sünching wohlbekannt, dass die Trasse mit den Römern zu tun hat, eher weniger. Bis in die Neuzeit sollen auf dem Trampelpfad langhörnige Rinder aus Ungarn bis Frankfurt getrieben worden sein. Die Magyaren haben ihr neues Hoamatl erst nach 700 besiedelt.

    Konrad Mundt

    93102 Pfatter Telefon 09481 400

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  3. Günther 1. Juni 2019 / 14:50

    Fahr doch nicht immer am Meer lang, dasiehst du nur Touristenscheiß. In der Mitte des Stiefels hast du dann „ Bella Italia“ und traumhafte Speisen und keinen Nepp mit den Betten. Lass dich nicht von den Entfernungen stressen. Du hast in Regensburg keinen Termin. Im Piemont fährst du von Winzer zu Winzer bis du das Radeln vergisst. Unter den Weinstöcken zu schlafen macht dir nix aus. Also die Weinroute muss dich zur Erkenntnis bringen das im Wein mehr steckt als Rausch. Zum Wohl! Servus

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