26.8.2017

Arnbruck – Bayerisch Eisenstein


Gestern Nachmittag war es wieder soweit. Nach fast einer Woche zuhause in Regensburg setzte ich mich wieder aufs Rad. 

Nach 5 Monaten Fahrrad fahren, in denen man die Zeit vergisst, kam ich nach Hause, weil meine Mutter gestorben ist. Kurz bevor ich aufgebrochen bin, besuchte ich sie im Pflegeheim, und naja, das klingt wohl komisch, da verabschiedete ich mich von ihr. Unser Verhältnis war immer angespannt, und doch schmerzt mich der Verlust. 

Ich musste nicht lange überlegen, ob ich jetzt hier bleiben sollte oder ob ich wieder aufbreche. 

Jonas, ein alter Freund, hat ist nun dabei, er wird mich ein paar Tage begleiten. Vom Röhrl Andreas aus Eilsbrunn wurden wir beide in den bayerischen Wald gefahren. Dann ging es gestern von Arnbruck über den Arber nach Bayerisch Eisenstein, 33 Kilometer und 1100 Höhenmeter. Jetzt bin ich wieder auf dem „Iron Curton Trail“, einem europäischen Fernrradweg. Man nennt ihn den Weg der Geschichte der Teilung Europas, oder der Geschichte des eisernen Vorhangs und des kalten Krieges. Ich werde wohl einige Tage brauchen, um wieder in Fluss zu kommen. 

Ich kann mich noch genau erinnern, als ich mich dem Zug zum Großen Arber fuhr. Da kostete die Zugfahrt mit der Tageskarte ungefähr 21 Mark. Der Zug hatte hier seinen Endpunkt, denn die Verbindung nach Tschechien war unterbrochen. 

Heute gibt es keine Grenzkontrollen mehr, was für ein Gewinn.

Blick vom Arber in Richtung Osten

Schareben 

Abfahrt vom Arber zum Sonnenfelsen


2 MTB Kämpfer

19.8.2017

Roudnice – Karlštejn

Nach einer kühlenden Dusche, ging ich gestern ins Zentrum von Roudnice, machte dort noch einen Rundgang, und ging in das Cuba Restaurant. Ich bestellte mir ein Radler, und bekam eine halbe Bier, und einen halben Liter Limonade, allerdings in einer Plastikflasche. Was soll das denn? 

Was werde ich zurückgehen lassen? Keine Frage, die Limonade natürlich.

Ich sitze jetzt da, am Campingplatz in Karlstein in Tschechien, als mich gerade eine neuerliche Hiobsbotschaft erreicht, die mich dazu bewegt, heute meine Reise abzubrechen, zumindest zu unterbrechen.

Meine Mutter ist gestorben!

Vor Antritt meiner Reise habe ich sie in der „Fürstlichen Residenz“ in Regensburg besucht, und mich mit Tränen von ihr verabschiedet! Ich musste mit diesem Fall rechnen, das war mir schon klar, und die letzten Tage, ging mir alles durch den Kopf. 

Dementsprechend werde ich die nächsten Tage nichts mehr schreiben. Ob ich mein Vorhaben beenden werde, kann ich noch nicht sagen. Ich werde mich zu gegebener Zeit dann äußern!

18.8.2017

Tetschen – Rounice nad Labem


oGestern Abend saß ich auf dem Stadtplatz von Tetschen und genoss das warme Wetter in vollen Zügen. Die Stadt lebt im Moment von den Radlfahrern, zumindest habe ich den Eindruck, denn in der Garage unseres Hotels waren bestimmt 50 Fahrräder geparkt. 

Heute Früh gab es wieder ein gutes und äußerst reichliches Frühstück, danach ging es wieder weiter. Das Elbetal ist wunderschön hier, es war also die richtige Entscheidung diesen Weg zu fahren. Als ich dann nach 20 Kilometer nach Aussig kam, machte ich das, was mir deutsche Radfahrer geraten haben. Einfach weiterfahren, den diese Stadt kann man sich nicht einmal schön trinken. Einzig das Aussiger Schlossist sehenswert.

Steinbruch, Verladekräne und im Hintergrund die Plattenbauten – allerdings hochwassersicher!

Dieses Gebäude sieht aus wie ein Schloss, wurde aber als Ausflugsgaststätte im Jahre 1847 erbaut, und bekam den Namen Ferdinandshöhe.

Nach ein paar Kilometer wurde das Elbetal richtig schön, vergleichbar mit der Donau zwischen Passau und Linz. Die Plattenbauten oben auf den Elbehängen sind entsetzlich. 40 Jahre Kommunismus, wirtschaftlicher Stillstand und Raubbau an der Natur, damit haben die Menschen in den ehemaligen Ostländern zu kämpfen. 

Meine Pension liegt auf der anderen Uferseite rund 1500 Meter von der Innenstadt entfernt. Dieser Spaziergang tut mir richtig gut. 

Als ich heute früh die Mittelbayerische Zeitung lass, würde ich mal wieder von einem super geschriebenen Artikel von Helmut Wanner überrascht. Ich freue mich irrsinnig, dass mich Walter Röhrl nächste Woche begleiten wird, er war immer ein großes Vorbild für mich, aber auch für meine Brüder. Selbst mein Vater schenkte dem Walter Röhrl seine Freundschaft. 


Dieser Walter Röhrl ist eine Ikone, man könnte jovial sagen, er ist eine Granate!

Ich habe schon lange nicht mehr meine Kilometer gezählt, aber 12 – 13.000 werden es wohl sein. Man möchte glauben, dass ich fit bin, das stimmt auch, aber mit dem Walter werde ich sicherlich nicht mithalten können. Er ist einfach ein super Sportler.

Ich bin freudig gespannt!

17.8.2017

Meißen – Děčín (deutsch: Tetschen)


Gestern holte mich Gerhard in Dresden ab. Dann fuhren wir in seinen Betrieb in Döbeln. Nach 5 Monaten treffe ich wieder meine Freunde, zuerst den Jürgen, und gestern den Gerhard und die Anna. Ich möchte da gar nicht zu viel sagen, denn es war einfach bloß schön. Vorher war ich bei einem alten Freund, der in Dresden eine Steuerkanzlei betreibt.

Mein Plan war es, 3 Nächte hier in Dresden zu bleiben, aber das funktioniert gar nicht, weil ich die nächste Woche einen festen Zeitplan habe. Deshalb musste ich heute, so leid es mir tut, weiterfahren an der Elbe entlang in Richtung Prag durch das Elbsandsteingebirge.

Anna und Gerhard holten mich heute früh um 8:30 Uhr in meiner Pension ab, und brachten mich nach Meißen. Da ging es dann wieder weiter auf meinem Drahtesel. Je näher ich an die Heimat komme, umso wehmütiger wird’s mir ums Herz. Ich möchte aber meinen Plan durchziehen, also werde ich noch weiterfahren, und mein Vorhaben zu Ende bringen.

Von Meißen ging es heute nach Dresden, Pirna, Königstein, Bad Schandau und dann über die offene Grenze nach Děčín. Irgendwie ist das schon ein Irrsinn, wie weit ich schon gekommen bin. Spanien, Frankreich, Südengland, Wales, Irland, Nordirland, Schottland, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland habe ich befahren, und jetzt bin ich schon in Tschechien. Mir fehlen die Worte.

Dieser Elberadweg ist mindestens genauso schön, wie der Donauradweg. 

Grenzübergang 

Königstein

Elbsandsteingebirge

Ferienidylle an der Elbe

Pirna


Dresden


16.8.2017

Schirgiswalde – Dresden


Das sind heute 65 Kilometer, die ich gefahren bin, nach Dresden, und dann durch die Stadt. Wenn man sich überlegt, wie Dresden ausgesehen hat nach dem Krieg, beziehungsweise nach dem Mauerfall, dann muss man den Hut ziehen. 

Nachdem ich keinen Hut habe, dann ziehe ich mein „neues Kappl“ aus dem Hardrock Café in Danzig!


Den ganzen Tag hat es heute geregnet, das hat mich allerdings nicht sonderlich gestört. 

Nachdem es in Dresden auch geregnet hat, bin ich direkt zu einem alten Freund gefahren, um ihn erstens zu besuchen, und die Ersatzteile für mein MTB abzuholen.  

Jetzt sitze ich in einem Biergarten, die Sonne hat sich durch die Wolken gekämpft und genieße ein schönes Bier, während ich diese Zeilen schreibe.

15.8.2017

Zittau – Schirgiswalde


Wenn ich jetzt die letzten Tage Revue passieren lasse, dann muss ich zugeben, dass das die erholsamsten Fahrradtage dieser Reise waren. Allerdings habe ich viel von den Städten an Oder und Neiße gesehen. Vor 30 Jahren, als die DDR noch existierte, hätte ich das nicht machen können. Es wurde hier viel getan und sehr viel Geld investiert und es hat sich sichtbar gelohnt. Nachdem der Wetterbericht ein klare Nacht vorhergesagt hat, habe ich beschlossen, im Zelt zu schlafen. Nachdem ich durch die Stadt geradelt bin, mir noch ein Radler genehmigt habe, kam ich dann gegen 19 Uhr am Campingplatz an, stellte schnell mein Zelt auf, und ging zum nächsten Lokal. Dort war die Hölle los, scheinbar ist der komplette Campingplatz hier um zu essen. 

Als ich gerade mein Radler bekam, winkten mir die beiden Ehepaar, die ich kurz nach Usedom traf, zu. Es ist jetzt das 3. Mal, dass wir uns treffen. Es entwickelte sich ein netter und überaus lustiger Abend, der dann gegen 1:30 Uhr jäh sein Ende fand.

Nach einem 3-stündigen Frühstück packte ich meine 7 Sachen und brach auf in Richtung Bautzen, durch die Oberlausitz. Da ist es ebenfalls richtig schön. Der Baustil ist bemerkenswert schön.

Ansonsten ist der Tag unspektakulär vorüber gegangen, die Radwege waren sehr schön. Heute ging auf dem Spreeradweg, der wesentlich abwechslungsreicher ist als seine bisherigen Vorgänger.

Zwischenzeitlich fand ich ein Fahrradgeschäft, in dem ich die beiden vorderen Ritzel käuflich erwerben konnte. Die hintere Kassette und die Kette hat mir mein Radgeschäft, Bikezeit in Neutraubling längst schon zugeschickt.


In dieser Umgebung kann man sich schon wohl fühlen!


Abschiedsfoto mit Bier und Rotkäppchen Sekt – das hat Stil!

14.8.2017

Motto der nächsten Tage

Wir müssen Hoffnung haben, um die Zukunft zu genießen. Wir wollen lieber eine schlimme Gegenwart mit schöner Aussicht als umgekehrt. Jean Paul, bayerischer Schriftsteller

Görlitz – Zittau


Wie schon gesagt, bin ich gestern durch die Görlitzer Altstadt marschiert. Die Stadt ist sehenswert, allerdings ist nichts los. Görlitz, mit seinen gerade einmal 55.000 Einwohner hat sogar eine eigene Straßenbahn, man möchte es nicht glauben. Nach der Wende sind sehr viele junge Leute in den Westen gegangen, um dort Geld zu verdienen. Langsam nimmt die Bürgerzahl in Görlitz wieder zu, weil es viele „Wessis“ gibt, die ihre Rente in Görlitz verbringen wollen, aufgrund der günstigen Preise. Die Stadt wird wohl alt werden.

Heute früh habe ich mir eine neue Felge gekauft, das Fahrrad ist wieder einsatzbereit. Noch eine Runde durch diese schöne Stadt, in der auch in der Peripherie die Gründerzeit und der Jugendstil vorherrschen, das ist sehr bemerkenswert.



Ohne Worte



Diese Gegensätze sind immer noch zu sehen! 

Man sollte sich auch nicht daran stören, dass es hier noch viele unsanierte Häuser gibt, wie lange gab es das in Regensburg? Diese Stadt hat ein riesiges Potential – auch für viele Unternehmen.

Von Görlitz geht es nun weiter an der Neiße nach Zittau, und die Landschaft wird immer bergiger. Wenn man nur im Flachen unterwegs ist schreit man förmlich nach Bergen. Es geht ins Kloster St. Marienthal, einem Zisterzienser Kloster, in dem es scheinbar noch 12 Klosterschwestern gibt. 



Außen Barock – innen Holz



Weiter ging es nach Zittau!

Ein Paradies für Sanierer!



Marktplatz von Zittau

13.8.2017

Rothenburg – Görlitz


Helmut Wanner, bekannt als „Habe die Ehre“ in der Mittelbayerischen Zeitung, hat mir unlängst gesagt, dass Görlitz fast so schön sei wie Regensburg. Und da kann ich ihm nur beipflichten. Diese Stadt ist unbedingt sehenswert. Gestern Abend hatte ich ja beschlossen, heute Görlitz anzuschauen. Heute früh, beim Frühstück dachte ich mir, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, doch direkt nach Zittau zu fahren. Dann stellte ich fest, dass meine Felge einen massiven Schaden hat. Eine, inzwischen 2 Speichen sind aus der Felge gebrochen. Als ich mir einen neuen Mantel montieren ließ, hat der Monteur noch eine kleine Unwucht bearbeitet, und meines Erachtens zuviel Zug auf die Speiche gegeben. So kann ich jedenfalls nicht weiterfahren, ich muss ein neues Hinterrad kaufen. Das geht leider erst morgen. Wie ich dann weitermachen werde, kann ich noch nicht sagen, das hängt davon ab, ob ich gleich ein neues Hinterrad bekomme, wie sich das Wetter entwickelt, und wann meine Freunde rum um Dresden für mich Zeit haben. Denn ich hoffe auf Asyl, Essen und vielleicht auch Trinken. 

Görlitz ist im Krieg nicht zerstört worden, diese Stadt hat das 3. Reich vergessen zu zerstören, und die Russen haben sie scheinbar auch übersehen. 

Auszug aus Wikipedia!

Görlitz blieb im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen fast völlig verschont. Die historische Altstadt hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Eine Besonderheit der Stadt ist, dass alle wesentlichen Phasen der mitteleuropäischen Siedlungsentwicklung ohne größere bauliche Veränderungen erhalten und ablesbar blieben. Mit über 4000 großteils restaurierten Kultur- und Baudenkmalen wird Görlitz oft als das flächengrößte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands bezeichnet. Das innerstädtische Bild ist durch Spätgotik-, Renaissance- und Barockbürgerhäuser in der Altstadt sowie ausgedehnte Gründerzeitviertel im Umkreis der Altstadt geprägt. Aufgrund dieses besonderen Stadtbildes ist Görlitz auch ein begehrter Filmdrehstandort, was der Stadt den Spitznamen „Görliwood“ eintrug.

Nach der Wende litt Görlitz, wie die meisten Städte im Osten an massivem Bevölkerungsschwund durch Geburtenrückgang und durch die Abwanderung der Menschen in den Westen. Hatte die Stadt nach dem Krieg schon mal 100.000 Einwohner, sind es heute nur noch um die 55.000 Menschen die hier leben. 

Es gab einen privaten und nicht genannten Gönner von Görlitz, der scheinbar der Stadt Görlitz mehr als 10 Mio Euro gespendet hat. Das Ergebnis lässt sich auf alle Fälle sehen.

Görlitz ist eine durch die Neiße geteilte Stadt. Die deutsche Seite ist sehr gut saniert, zum Essen geht man nach Polen. Nachdem ich heute auf mein Fahrrad schadenbedingt verzichten musste, musste ich die Stadt zu Fuß erkunden. Den polnischen Teil habe ich mir gespart. 

Vor ein paar Tagen hat mir einer meiner Follower ein Email geschrieben, ich solle meine Bremsen checken, um den Aufprall zuhause abfedern zu können, weil er meinte, ich würde schon nach Hause fahren. Wenn man so lange unterwegs ist, wird es mir sicherlich nicht leicht fallen, in ein geordnetes Leben zurück zu finden, aber was mache ich mir jetzt Gedanken über diesen Fall, der noch gut 2 Monate weit weg ist. 

Der Beckenbauer pflegt da immer zu sagen:

„Schaun mer moi, dann segn mas scho.“


Mittag kam ich in die evangelische Paulskirche, und durfte die letzten Stücke eines Orgelkonzerts noch besuchen. Der Klang war derartig gut, dass die Haare an meinen Armen zu Zinnsoldaten erstarrten. Auf meinem Kopf kann das ja nicht mehr passieren.


In der Altstadt

Altstadtsilhouette der polnischen Seite


Altstadtsilhouette der deutschen Seite

12.8.2017

Forst – Rothenburg/Neiße 


Ich hatte gestern das Gefühl, dass ich leichtes Fieber habe. Auch Krämpfe im Bauch quälten mich beim Radeln. Nachdem das Wetter auch schlecht war, beschloss ich also, mir ein Zimmer zu suchen. Das war dann diese Pension, das Einzelzimmer zum Preis von 35 € inclusive einem reichlichen Frühstücksbüffet, da kann man nicht meckern. Der Inhaber, ein 74-jähriger Sachse, zeigte mir mein Zimmer, mit einem riesigen Badezimmer, mit Dusche und Badewanne. Allerdings hat er den Stöpsel aus der Badewanne entfernt, damit sich die Radfahrer nicht baden können, denn der Wasserverbrauch ist einfach zu teuer. Das habe ich nun auch noch nicht erlebt. Ich möchte schon sagen, dass der Typ unheimlich freundlich war, aber das Kaninchen beim besten Willen nicht verstehen. 

Um 20 Uhr war ich im Bett, dick eingepackt, sodass ich heute früh zwar mit leichten Bauchschmerzen aber ansonsten einigermaßen fit weiterfahren konnte. Ich ließ mir zuerst mal richtig Zeit. Immer am Neiße Radweg entlang zieht sich der Weg nach Görlitz ganz schön in die Länge. Die Lokale auf der Strecke waren meistens geschlossen, was ich nicht verstehen kann. Es sind doch viele Radfahrer unterwegs. Der Himmel war bedeckt, und ab und zu regnete es. 
Das Radfahren an den Flüssen wird jetzt langsam langweilig und monoton, ich freue mich jetzt schon auf bergiges Gelände. Zunächst ins Riesengebirge, durch Böhmen, ein paar Berge im bayerischen Wald dann nach Oberösterreich, so ist der Plan.

Heute würde ich gefragt, wie ich das aushalte, jeden Tag aufs Fahrrad, jeden Tag ein neues Bett, jeden Tag auspacken und wieder einpacken und jeden Tag aufs neue sich selbst motivieren. Das war gerade beim Abendessen. Ich erzählte den Leuten wie das funktioniert, wie ich funktioniere, und wie Motivation, Spaß und Freude mit Nachhaltigkeit zusammenhängen. Eben genau so wie im richtigen Leben. Macht der Job Spaß, wird man darin Erfolg haben und nicht scheitern. Andere Menschen zu motivieren ist auch meine Stärke – das weiß ich! Allerdings auch nur wenn es mir selbst Spaß macht. 

Nachhaltigkeit ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. 

Und jetzt kommt der wichtigste Punkt! 

Man braucht ein Ziel, es muss erreichbar sein, es muss aber hoch gesteckt sein. Ohne Ziel wird man sich in der heutigen Zeit verirren und planlos ins Nirvana abdriften. 

Wir brauchen den Erfolg, nicht weil unser System so ist, nein, weil uns das die Evolution so vorgegeben hat. Der Schwache und Ziellose wird vom Starken und vom Strategen gefressen!

Ich war bei der Unterhaltung voll in Fährt, und die 3 Ehepaare hörten mir gespannt zu. Die Chefin des Hotels in dem ich etwas zu essen bekam, war mir bei der Zimmersuche behilflich. Ich bin jetzt in der Cuba Pension in Rothenburg. Die Pension heißt so, weil die Chefin Cubanerin ist. 

Morgen werde ich nach Görlitz fahren, und mir die Stadt anschauen. 


Fachwerkkirche in Pechern – wunderschön und einfach, aber leider geschlossen


Meine gestrige Pension, daneben Spuren des Sozialismus

11.8.2017

Guben – Forst


Die gestrige Pension war gut, das Essen ebenfalls. Um 8 Uhr zog ich mich zur Tagesschau zurück, die ich schon sehr lange nicht mehr sehen konnte. Heute früh war ich schon um halb 7 Uhr wach, und konnte in Ruhe die Mittelbayerische Zeitung lesen. Das ist ein Genuss, wie jeden Tag, das ist die Verbindung nach Hause. 

Um neun Uhr saß ich auf dem Radl, aber mir geht es heute gar nicht gut. Ich habe das Gefühl Fieber zu haben, also habe ich mir in Forst ein Zimmer genommen. Darüberhinaus würde ich schon 2 Mal vom Regen gequält, und der Wetterbericht meldet für Nachmittag Sturm und Gewitter.

Wieder gibt es kein WLAN, das ist eine Schande für den weltweitweit führenden Wirtschaftsstandort. Im bayerischen Wald ist das kein Lot besser. Im Übrigen habe ich mir in Finnland eine Datensimkarte gekauft, ohne Datenbegrenzung, 4 Wochen gültig, zum Preis von 23 €. Und ich hatte immer guten Empfang.

Internet Diaspora Deutschland!

Vorbei ging es an dem Braunkohle Tagebau in Jänschwalde. 60 Quadratkilometer umfasst das Gelände, von der Aussichtsplattform erscheint es gigantisch zu sein. 2 Berliner Radler erzählten mir die Hintergründe, und wieviele Ortschaften dem Tagebau zu Opfer fielen. 


Tagebau und Kraftwerk

Und wieviele Menschen, das weiß keiner.

Nach einem Mittagsschlaf ging ich in den Rosengarten, und wie erwartet, bin ich für derartige Highlights noch nicht zu haben. Die Pension, in der ich heute schlafe, hat übrigens auch kein WLAN, genauso wenig wie der Grieche, bei dem ich gerade sitze. 

Die Pension ist eine alte, und im Krieg zerstörte Jugendstilvilla, die ein „Hiesiger“ dann von einem Münschner kaufte. Er erzählte mir, dass hier am Ende des Krieges alles zerstört war – und zwar alles. Von den Russen und den Deutschen!

Jugendstilzimmer mit Stuck und stilvoller Bordüre, im Eck ein 120 Jahre alter Kachelofen!


Alte verrostete Eisenbahnbrücke über die Neiße nach Polen.