30.5.2017

Hofles – Kolvereid


Nachdem ich also gestern gegen 18:30 Uhr meine Hütte bezogen, machte ich meinen Drahtesel frei von diesem irren Gepäck, und fuhr mit dem Rad, in das Restaurant neben der Fährstation, die ja nur einen Kilometer weg ist. Allerdings packte ich noch meine gesamten Campingutensilien aus um sie in der Sonne und im Wind zu trocknen. Die Heizung drehte ich der Hütte auch noch auf volle Leistung.

Dort, in diesem Restaurant nahm ich noch eine Kleinigkeit zu mir – ein Pizzastück und ein Bier – schrieb mein Tagebuch und fuhr dann wieder zu meiner Hütte. In der Hütte  war es noch nicht allzu warm, also machte ich meinen fast allabendlichen Spaziergang, der mir, meinen Knochen und meiner Muskulatur mehr als gut tut. Dabei lernte ich ein Ehepaar aus Dresden – sprich Dräsdn – kennen. Nette Menschen und eine nette Unterhaltung hielten mich aber trotzdem nicht auf zurückzukehren, denn ich war komplett verfroren. Schade eigentlich, denn die beiden waren mir auf Anhieb sympathisch. In meiner Hütte hörte ich BR 1 und las ein Buch. Gegen 11 Uhr legte ich mich hin. Ich wachte erstmals um 6 Uhr auf, machte nocheinmal die Augen zu und stand dann endgültig um 08:30 Uhr auf. Die Campingplatzchefin gab mir Kaffeepulver, sodass ich mir 3 Tassen Kaffee kochen konnte, während ich die Mittelbayerische Zeitung verschlang. Das ist für mich wirklich einmalig, dass ich zum Frühstück in der Ferne die heimatliche Zeitung lesen kann. 

Als ich mit einem Freund telefonierte, kam Brit, die Dresdnerin und lud mich zum Frühstück ein. Ich war da schon sehr überrascht, denn wir sprachen ja nur 20 Minuten am Vorabend. Wir saßen also da, tranken Kaffee und genossen das Frühstück in der kalten Nordsonne. Als ich dann um halb eins dann endlich wieder weiter fuhr, gingen mir in diesem furchtbar starken Gegenwind die Menschen durch den Kopf, die mir auf meiner Reise ihre volle Symphathie und Hilfsbereitschaft entgegen brachten. Das bewegt mich sehr, denn das ist alles nicht selbstverständlich. 


Ja, es ist fast unglaublich, was ich täglich Neues erleben darf.

Nach 19 Kilometern erreichte ich den nächsten Ort, Kolvereid. Ich ging in den Supermarkt und kauft mir wieder Obst, Müsliriegel und Kekse, sodass ich gut über den Tag komme. Im Kaffeehaus kaufte ich mir einen Cappuccino um die weiter Strecke abzuchecken, wie weit ich fahren werde, wo ich übernachten kann, aber auch wie ich dann morgen weiterfahren werde. 

50 Kilometer weiter nördlich ist dann der einzige Campingplatz mit Hütten, und ich hätte jetzt das Gefühl, dort anrufen zu müssen. Lange Rede, kurzer Sinn, die Hütten sind ausgebucht, der Chef der Anlage, ein Deutscher rief mich 30 Minuten später an, dass es hier weit und breit nichts mehr gäbe. 

Aha, was tun sprach Zeus.

Es wird heute Nacht wieder richtig kalt werden, also Zelten schließe ich aus. Dann bleibe ich hier, wasche meine Wäsche, besorge mir noch einen Kocher und Campinggeschirr, und fahre morgen weiter, ist mein Beschluss. Denkste auch hier gibt es keine Hütte. Also fahre ich kurzer Hand nach Rørvik, und werde mit der Hurtigrute weiterfahren. Und da sitze ich jetzt beim kurdischen Italiener und warte blogschreibend auf das Schiff. 

Allerdings war das ein wahrlich heißer Ritt hierher, über 2 Brücken in Richtung Westen. Der Wind kommt von Norden, mit in Böen bis zu 7 – 8 Windstärken. Das ist ein richtiger Sturm. Ich schob mein Rad, denn ich hatte Angst, dass mich eine Bö vom Fahrrad bläst. Und das bei 6 oder 7 Grad Celsius, beziehungsweise gefühlten Minusgraden. Auf der Brücke konnte ich die Kamera kaum noch ruhig halten. 

Wie weit ich jetzt fahren werde, kann ich noch nicht sagen, denn es zieht morgen eine Schlechtwetterfront über Norwegen und das mit Schnee. 

Und dahoam wars so schee!

Noch ein paar coole Aufnahmen.

29.5.2017

Namsos – Hofles



Ich kann nur eines sagen, Norwegen hat mir heute eine Freundschaftsanfrage geschickt, und ich habe die Freunschaft sofort angenommen. Der Tag war sensationell schön, diese Natur, die Ruhe und das Wetter, besser geht es fast nicht. Vielleicht könnte es wärmer sein, mit unter 10 Grad im Schatten ist es doch sehr frisch. Unangenehm wird es nur bergab.

Bevor ich aber über den heutigen Tag spreche, der mich wieder in die Motivatiosspur brachte, möchte ich nochmals auf den gestrigen Tag und Abend eingehen. Als ich in Namsos vollkommen durchnässt ankam, überlegte ich hin und her was ich tun sollte. Ich bin ja nur 40 km geradelt, und das war mir doch etwas zu wenig. Ich studiert Google Maps und studierte das Internet, doch ich fand auf dem Weg weiter in den Norden keine Übernachtungsmöglichkeit und auch keine Möglichkeit sich etwas zum Essen kaufen zu können. Ich blieb also in Namsos. Ich bin diese Strecke dann heute gefahren, und das waren sage und schreibe genau 60 km an denen es nichts zu trinken und auch nichts zu beißen gab. Gar nichts. Da wäre ich gestern voll auf die Schnauze gefallen.

Gut, am Campingplatz packte ich also mal alles aus, und legte mich eine halbe Stunde aufs Ohr, weil die Nächte vorher schon nicht so gut schlafen konnte. Denn es wird hier nicht mehr dunkel. Um 1 Uhr nachts ist es fast taghell. Dann machte ich eine Runde zu Fuß, was ich täglich mache, um mich zu orientieren, aber auch etwas anderes zu tun. Und da traf ich doch glatt ein Ehepaar aus Bayern, aus der Nöhe von Fürstenfeldbruck. Es entwickelte sich ein schöner Abend mit netten Menschen, Andrea und Jupp, ihr Ehemann aus dem Rheinland. Ein Mensch mit Migrationshintergrund.

Heute früh wachte ich erst um 8:30 Uhr auf, weil ich um 3 Uhr immer noch hellwach in meiner Hütte lag, und dann erst irgendwann einschlief.

Um 10:45 Uhr heute früh habe ich mich dann verabschiedet, bekam aber noch 2 Tassen Kaffee kredenzent. 

Juppens und ich, der Gewerkschaftler und der Konservative!

Wir werden uns immer November wieder treffen. Der Brite pflegt hier zu sagen: „nice to meet you“.

Es war anstrengen heute, sehr anstrengend, ich hatte lange Anstiege, immer gegen den Wind zu bewältigen, doch diese phantastische Landschaft gleicht alle Anstrengung und Pein aus. 

Irgendwo kam mir ein Ire aus Dublin entgegen, ebenfalls mit einem vollgepacktem Fahrrad, und wir tauschten uns über unsere Reiseziele aus. Noch genau 1040 km und ich werde in Tromsø einlaufen. Er brauchte 14 Tage, ich werde das wohl nicht schaffen, denn ich habe immer Gegenwind. 

Ich war heute zum Teil sprachlos, was diese wunderbare Landschaft betrifft.


Immer wieder sah ich am Straßenrand Warnschilder vor querenden Elchen. Ich wollte schon ein Schild fotografieren, aber dann sah ich 2 Elche in einer Entfernung von 100 Meter. Sie beobachteten mich ganz genau. Wahrscheinlich haben sie noch nie einen Bayern gesehen.


Mein erster Elch in freier Natur

Ein gute halbe Stunde musste ich dann auf die Fähre warten. Gleich nach Ankunft auf der anderen Seite des Fjords kam ich an einem Campingplatz vorbei, und mietete wieder eine kleine Hütte. 


Die Hippiezeit ist schon lange vorbei, mein Freund. Aber die Frisur steht dir!

28.5.2017


Ich hatte mir gestern in Steinkjer schon im Internet herausgesucht, wo ich schlafen könnte. Das ist ein Campingplatz rund 50 km entfernt. Dazwischen gibt es scheinbar nicht vie, bis gar nichts. Also ging ich schon in Steinkjer in den Supermarkt und kaufte mir etwas zu Essen und zu trinken. Denn ohne Mampf – kein Kampf! Ich muss mich wohl darauf vorbereiten, dass es immer schwieriger wird, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, je weiter ich in den Norden komme. Das Land ist sehr sehr dünn besiedelt. Ich habe ja nichts dagegen wild zu campen, das ist sicher spannend, allerdings nicht bei diesem Wetter, und vor allem bei dieser Kälte. Ich muss aber trotzdem auf jede Eventualität vorbereitet sein. Gut, vollgepackt bis Oberkante fuhr ich dann weiter Richtung Norden, ich war fit, und fühlte mich rundherum wohl. 

Kurz vor meinem Ziel entdeckte ich einen Wasserfall, allerdings war dieser sehr weit entfernt. Als ich gerade dabei war das Teleobjektiv zu montieren, stoppte ein Radfahrer, und fragte mich, ob ich eine lange Reise machen würde, allerdings auf norwegisch. Er schaltete sofort um auf englisch, und wir unterhielten uns über meine Reise. Ich erklärte ihm, dass ich am 5 km entfernten Campingplatz schlafen würde, aber auch eventuell weiterfahre, lud er mich zu sich nach Hause auf seinen Bauernhof ein. 

Das war natürlich super, wir radelten zu seinem Hof, und dann begann der Tag richtig Fahrt aufzunehmen. Herbjørn Kolstad gehört zu den 5 größten Landwirten Norwegens, hat auf dieser Hofstelle hier Milchkühe mit Nachzucht, und auf der anderen Hofstelle Mutterkühe und einen sexgierigen Bullen. Auf einer Fläche von ungefähr 300 ha betreibt er Ackerbau, das heißt, Winter- aber auch Sommergerste und Winterweizen, und so wie  ich das verstanden habe, Erbsen und Bohnen. Sowie natürlich die gleiche Fläche Grünland. Mit 10 Berufskollegen betreiben er noch eine Alm in den Bergen. Leider Gottes muss ich zugeben, dass er 6 Fendt Traktoren hat, einen MF und einen Claas, sowie 2 Claas Mährescher. Das Getreide wird Ende August gedroschen, im Anschluss geschrotet und in Silageballen siliert, um dann dem Silagegras zugemischt zu werden. Der Aufwand ist schon relativ groß, sowohl maschinenseitig als auch personell. Die Norwegische Landwirtschaft habe ich gut verstanden. Glaube ich…

Das Abendessen war sensationell gut, denn es gab Rindfleisch von der Hüfte, zart rosa gebraten. Das Fleisch war eine Woche in sauerer Milch eingelegt, dadurch wahrscheinlich so zart, dass es fast auf der Zunge zerging, wie Schokolade. Ich habe so etwas noch nie gegessen.

Sensationell!

Um 12 Uhr Nachts gingen wir noch gemeinsam auf die Weide, um nachzuschauen, das macht Herbjørn wohl täglich. 

Es wird hier auch nicht mehr richtig dunkel, das ist unglaublich, und nach 3 Stunden Schlaf war ich wieder wach, konnte aber sofort wieder einschlafen.

Heute früh um halb acht gab es dann noch eine Tasse Kaffee, und dann ging es zurück auf den Zweitbetrieb, wo mein Fahrrad stand. Und da wartete ich tatsächlich bis 11 Uhr, bis ich endlich losfahren konnte, obwohl es immer noch leicht regnete. Irgendwo wurde ich komplett abgeregnet, stoppte bei einer Tanke, und kaufte mir was zu essen und zu trinken. „Der Hunger treibts owe“, würde der Bayer sagen. Langsam wurde ich wieder trocken, aber halt nur langsam. Ab jetzt hatte ich keine große Freude mehr, ich würde nicht mehr richtig trocken, sodass ich beschloss, den nächsten Campingplatz anzusteuern, zumal dann der nächste scheinbar 70 km entfernt ist. Und das ist mir heute zu heiß!

Gestern bekam ich dann noch die Übersetzung der Ansprache in der „Deutschen Schule“ in Oslo, anlässlich des Nationalfeiertages in Oslo, eine Rede einer Schülerin, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte. Ich habe den Text nicht verbessert, sondern so belassen, wie ich ihn bekam.

Heute, an unserem Nationalfeiertag, ist es besonders wichtig, dass wir uns darüber Gedanken machen, was es ist, was wir heute feiern. Natürlich wissen wir warum wir feiern – wir feiern die Verfassung, die Nation – aber was feiern wir da eigentlich?

Was bedeuten die begriffe Nation und Nationalität?

Als die Verfassung Norwegens in 1814 geschrieben wurde, gab es einen deutlichen zusammenhang zwischen Nationalität und Geburtsort, Herkunft. Bald jedoch wurde diese Ansicht in Frage gestellt, als die Debatte um und Abschaffung des sogenannten Judenparagraphen, nach welchem unter anderen für Juden der Eintritt ins Land verboten war, es deutlich gemacht hat, dass in einer Demokratie die Nationalität nicht von der Herkunft bedingt sein durfte.

Was ist denn Nationalität? Wann entsteht es?

Ich denke, dass Nationalität dann entsteht, wenn unterschiedliche Menschen zusammen leben und sich darauf einigen müssen, wie allgemein menschliche Grundgedanken wie Freiheit und Gleichheit in ihrem Land praktisch umgesetzt werden sollen. 

Die Nationalität ensteht, weil historische, kulturelle oder auch geographische Umstände auf die Ideale von Freiheit und Gleichheit abfärben.

Zwar würden die Männer, die in 1814 die Verfassung geschrieben haben, meiner Definition von Nationalität wahrscheinlich nicht zustimmen. Trotzdem sind unsere wünsche für Norwegen ähnlich: eine Nation, die auf Freiheit und Gleichheit baut, und wo diese Ideale von uns verwaltet werden, die hier wohnen, und nicht zum Beispiel von dem dänischen Adel.

 Norwegen ist ein Einwanderungsland, und muss mit der Integration von Migranten proaktiv umgehen. Das kann die Politik nicht schaffen, das geht nur dann, wenn die Menschen mitmachen. 

Ich habe wieder eine kleine Hütte bekommen. Sofort habe ich mich in meinem Schlafsack verkrochen und eingemummelt, denn ich war total unterkühlt.

Jetzt geht es mir wieder gut – morgen geht es weiter bei kühlem Sonnenschein!

Mein Unterkunft heute Abend!

Nasse Fahrbahn und tiefhängende Wolken!

Ein Teil des norwegischen Fuhrparks!


Horsch Pronto mit 6m Arbeitsbreite!

27.5.2017

Tronheim – Steinkjer


Heute früh musste ich wieder meinen ganzen Kram sortieren und packen. Um 11:10 Uhr ging mein Zug nach Steinkjer, von wo aus mein Weg zur Atlantikroute führt. Es gibt übrigens keinerlei gedruckte Fahrradkarten, nach langer Suche habe ich dann eine Website mit den wichtigen Informationen gefunden. 

Das Wetter ist heute grau, nebelnässend, es scheint trocken zu werden. Der Wetterumschwung wird erst am Montag spürbar. Jetzt sitze ich im Zug und bewundere diese wunderschöne fettgrüne Fjordlandschaft. Wie mag das erst bei Sonne aussehen. 

Die letzten Tage habe ich mich gefühlt, als wäre ich eingesperrt, festgeschnallt und unbeweglich in Trondheim verharrend. 

Als ich wieder auf mein Bike steigen könnte, ging es mir wieder gut. Ich möchte einfach weiterfahren, die Landschaft erleben, einfach mein Ziel „erfahren“. Wenn dann derartiges Wetter das Weiterkommen unmöglich macht, macht es überhaupt keinen Spaß. Das ist im Beruf auch so. Wenn man Spaß hat bei der Arbeit, wird man zwangsläufig auch Erfolg haben. Das ist aber nichts Neues!

Gut, bis Steinkjer bin ich mit dem Zug gefahren, um dem schlechten Wetter zu entkommen, ist mir aber nicht gelungen, denn in Tronheim scheint es heute schön gewesen zu sein. Hier eher nicht, es hat immer wieder kurz geregnet, aber nicht so, dass ich angehalten hätte. Es war fast windstill, und ich kam sehr gut vorwärts. Mein Ziel war ein Campinplatz in der Nähe von Sjøåsen. Als ich über dem Sattel war, den es zu überqueren gab, ging es nur noch bergab, mit 25 km/h ohne Anstrengung. Dann überholte mich ein Radler und begann mit mir ein Gespräch, woher ich komme, wohin ich fahre…usw. Wie es sich herausstellte, gehört er wohl zu den 5 größten Landwirten Norwegens. Jetzt bin ich nach meiner Arbeit, die es zu erledigen gab, eingeladen zum Essen und zum Schlafen.

Das nennt man „work and travel“ für Rentner!

Ich werde jetzt eine Umschulung beantragen!

26.5.2017

Trondheim

Das Wetter hat sich in keiner Weise geändert, es ist eher schlechter geworden. Der Sprühregen wechselt sich mit Regen ab. Morgen soll es langsam besser werden, allerdings übermorgen Nachmittag wieder schlecht. Ja so scheint das hier im Westen Norwegens zu sein. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Aber bevor ich mich in Selbstmitleid stürze, hilft nur eines, das ist nachdenken, wie ich aus diesem besch..Wetter das beste machen kann.

Nach dem Frühstück habe ich hier um eine Nacht verlängert. Danach habe ich die Stadt erobert. Trondheim ist wirklich eine schöne Stadt, und hat mit dem anrüchigen Flair einer Hafenstadt nichts gemein. Trondheim hat eine große Uniklinik, darüberhinaus genießt die Stadt den Ruf des Technologiezentrums Norwegens zu sein. 30.000 Studenten treiben hier in dieser Stadt ihr Unwesen. Somit ist Tronheim eine jugendliche Stadt mit einer guten Stimmung, ähnlich wie Regensburg. Vorgestern Abend habe ich kein Bier bekommen, genauso wie gestern, denn an Feiertagen sind alle Geschäfte geschlossen. Weder am Bahnhof noch an Tankstellen ist Alkohol erhältlich.

Ich wollte mir heute Kartenmaterial für meine weitere Tour kaufen, aber da gibt es scheinbar gar nichts, außer Straßenkarten, die mir aber überhaupt nicht weiterhelfen. Es gibt aber unter vistitnorway Karten, die man Downloaden kann. Das werde ich heute machen.

Kari hat mir heute den Tip gegeben, morgen mit der Hurtigrute dem Wetter in Richtung Norden zu entfliehen. Das hätte 2 wesentliche Vorteile für mich, ich bin weg von diesem „Sauwetter“, und gleichzeitig auf dem Atlantikküstenweg. Das werde ich heute noch eruieren.

Als ich heute durch die Stadt marschierte, fiel mir eine Kirche auf, vor der reger „Parteiverkehr“ war. Man muss immer dahin, wo Menschen sind, das ist immer gut. Ich wurde vollkommen überrascht, dass die Kirche gleichzeitig Armen, Bedürftigen und Obdachlosen ein Dach über dem Kopf bietet – wahrscheinlich nur tagsüber- aber auch zu essen und zu trinken. Das erste Drittel der Kirche sieht eher aus wie ein Wirtshaus. Auf den hinteren Bänken lagen ein paar Obdachlose beim Schlafen. 

Währenddessen gab der Organist ein Konzert, und der Tontechniker klärte mich über die Kirche halbwegs auf. 

Im Folder über die Kirche ist geschrieben:

Eine offene Kirche

Seit dem Jahr 1207 Strecke die Trondheimer Marienkirche der Stadt ihre offenen Arme entgegen. Mit dem 800 Jubiläum wurde die Frauenkirche eine „offene Kirche“ – ein Ort, wo man Zuflucht finden, Gespräche führen, seine Gedanken sammeln, ein Licht anzünden und ein Gebet sprechen kann. Die Kirche steht für alle offen und besonders für Menschen, die ein hartes Leben führen. Während der Woche ist die Kirche tagsüber geöffnet, am Wochenende sogar rund um die Uhr. Jährlich empfängt die Frauenkirche etwa 170.000 Besucher aus aller Welt.

Die Frauenkirche – als offene Kirche – ist einzigartig, und weckt sowohl in Norwegen als auch im Ausland Interesse.

Das steht auf der ersten Seite des Folders.


Unweit der Frauenkirche steht der Trondheimer Nidarosdom, im Jahre 1152 gegründet. Der Dom ist das Nationalheiligtum der Norweger, und die nördlichste mittelalterliche Kathedrale der Welt.


Das folgende Bild soll einen kleinen Eindruck zum Wetter hier geben.

25.5.2017

Oppdal – Trondheim


3 Tage Radfahren, dann 2 Tage Pause, so sieht es momentan aus. Heute früh um 8 Uhr begann es wieder zu regnen. Seit ich in Norwegen bin, nämlich seit eineinhalb Wochen, bewege ich mich von einem Schlechtwettergebiet ins andere. Nachdem ich jetzt über dieses Gebirgsmassiv gefahren bin, scheine ich das Wetter von Westnorwegen zu haben. Das habe ich natürlich gewusst. Allerdings soll es mal regnen, und eine Stunde später wieder die Sonne scheinen. Der norwegische Wetterbericht sagt jetzt wieder 2 Tage Dauerregen voraus. Als ich heute früh um 10 Uhr bei strömendem Regen zur Rezeption ging, las ich, dass es genau 4 Grad, allerdings plus 4 Grad hat. 

Um 13 Uhr geht der Zug nach Trondheim. Was soll ich sonst machen? Das regnet mich jetzt schon auf. Auf die 3 Kilometer vom Campingplatz zum Bahnhof war ich wieder durchnässt, und mich friert es wie einen „Schneider“, sagt man.

Ich hatte ja gestern über Booking.com gebucht, als ich ankam sah ich ein Hotel, ein paar Holzhütten und einen Campingplatz, ich sah 2 Wohnmobile, Wohnwägen der Dauercamper, und sonst nichts, gar nichts. Die Ski Saison ist gerade mal 2 oder 3 Wochen vorbei, und das Frühjahr noch nicht angekommen. Es gibt in diesem Ort keinen Supermarkt, kein Restaurant, gar nichts was offen hat. Der Manager sagte mir, wenn ich etwas kaufen wollte, müsste ich nach Oppdal zurückfahren, aber er könnte mir eine Fertigpizza machen. Ok, das ist gut, dann würde ich gerne ein Bier trinken. 

Es gibt hier kein Bier, denn das ist ein christliches Haus, meinte der junge Mann, er könnte mir aber alkoholfreies Bier anbieten. 

Die Anlage ist wirklich sehr gut, sauberer Sanitärbereich, sogar Bettwäsche und als besonderes Schmankerl für den Pilger WLAN in allen Hütten.

Jetzt sitze ich im Zug, rechts und links liegt Schnee. Ich bin einfach 2 Wochen zu früh dran. Egal, die letzten 3 Tage waren sehr schön und auch sportlich anspruchsvoll, und gleichen vieles wieder aus. Es kann nicht nur auf eine Seite hängen.

Ich habe also Zeit mir Trondheim anzuschauen, und abzuchecken wie ich weiterfahren werde. Denn bislang habe ich nicht die geringste Idee.

Die Norweger sind uns Deutschen sehr ähnlich, meine ich, denn es ist alles sauber und gepflegt hier, wie man es halt aus Mitteleuropa kennt. Allerdings sind sie ihrer wunderbaren Natur unglaublich verbunden, ein richtiges Outdoorvolk. Als ich gerade am Bahnhof ankam, standen einige Norweger bei leichtem Regen draußen um sich zu unterhalten. Bei uns wäre jeder dick angezogen im Bahnhof in der Wartehalle. 

Radfahrer habe ich heute allerdings nicht gesehen. 

Je näher wir jetzt nach Tronheim kommen, umso grüner ist die Natur. Hier hat das Frühjahr seinen Einzug schon gefeiert. 

Der „Dovrefjell–Sunndalsfjella National Park“, durch den ich gestern gefahren bin, ist laut Literatur eine sehr kalte und rauhe Gegend, das habe ich gestern gemerkt. 

Gegen 15 Uhr war ich dann in meiner Unterkunft, dem Trondheim Vandrerhjem, und machte mich unverzüglich zu Fuß auf die Stadt zu erkunden. Alle Geschäfte sind heute geschlossen, die Norweger feiern scheinbar auch Christi Himmelfahrt. Ich hatte das total vergessen. Heute früh wollte ich nämlich die Mittelbayerische Zeitung lesen, und es funktioniert einfach nicht, die Zeitung heute aufs IPad zu laden. Also schrieb ich ein Email an die MZ mit der Frage, was ich denn machen sollte,  damit ich die MZ wieder lesen kann.

Sollte man das nicht für sich behalten? 

Gestern wollte ich ein Bier trinken, und bekam keines, und heute geht es mir genauso, denn am Feiertag sind alle Geschäfte geschlossen.

Ich sage da nur, das ist Prohibition!

Ich bin bis 18 Uhr durch Trondheim gelatscht, ohne Regenschirm und kam eben wieder nass zurück. Die Stadt zeigt sich jetzt grau in grau, morgen soll es noch schlimmer werden. 

Das norwegische Wetter hat sich bisher mit mir noch nicht angefreundet, ich würde ihm aber die Hand reichen!

Der Blick von der Unterkunft aus über Trondheim, eher trostlos!


Trondheim – mitten in der Stadt

24.5.2017

Dombås – Oppdal


Ja, ich muss schon sagen, wir hatten gestern schon einen lustigen Tag. Nicht nur, dass Claudia mich 1000 mal wegen des anstrengenden Tages verflucht hat, nein wir hatte auch die unterschiedlichste politische Auffassung. Darüberhinaus ist sie Veganerin. Ich habe ihr erklärt, dass ich kein Problem mit den Veganern hätte, denn da hätte ich keine Angst, dass die mir meinen geliebten Schweinsbraten „wegfressen“ würden! 

Ich habe ihr erklärt, dass es wissenschaftlich nachgewiesen sei, dass die Menschen erst dann intelligent wurden, als sie das Fleisch als Mahlzeit entdeckten. Und nachdem wir jetzt einen gewissen Sockel an Intelligenz besitzen, verzichten wir auf tierisches Eiweiß, und werden wieder blöd.

Solche Statements geben den Diskussionen den richtigen Schwung.

Deshalb machte ich in unserer „Schafshütte“ Spaghetti mit Champignons und einer ganzen Knoblauchzehe, also komplett Vegan. Meine Flexibilität ist unglaublich!

Kurz vor 23 Uhr legten wir uns hin. Ich bot ihr meine Ohropax an, da ich schon etwas schnarche. Aber sie schlief ohne. Ich glaube, sie war total am Ende ihrer Kräfte, denn sie war sofort weg im Tiefschlaf.


Unser Schafshütte gestern Abend!

Heute früh, nahmen wir einen Abschiedskaffee und dann zog ich von dannen, ewig lange bergauf in eine phantastische Landschaft, in der der Winter noch nicht aufgegeben hat. Der Frühling hat definitiv hier in dieser Gegend noch keine Chance gehabt. 

Es ging heute auf eine Meereshöhe von 985 m, das war ein Anstieg von 350 m, ganz zum Start. Dann ist man ungefähr 20 km auf einem Hochplateau unterwegs, hier beherrscht definitiv der Winter die Natur.


Zum Eislaufen ist die Eisdecke zu dünn!

Ringsherum steigen die noch schneebedeckten Berge auf, der höchste Berg, der Snøhetta, erreicht eine stattliche Höhe von 2286 m. Obwohl das Wetter heute nicht berauschend war, bin ich doch schwer beeindruckt von dieser Welt, die ich tatsächlich nicht zu Gesicht bekam. Nach 30 km erreichte ich dann den höchsten Punkt meiner heutigen Tour mit 1028 m über dem Meer. Dann ging es links um einen Berg wieder in nördliche Richtung, und ich brauche es nicht zu erwähnen, es kam der Gegenwind, und das recht ordentlich.

Obwohl das Wetter wirklich nicht der Reisser war, und sich die Natur immer noch im winterlichen Grau präsentiert, es ist einmalig schön hier. In diesem Naturschutzgebiet gibt es Rentiere, Elche aber auch Moschusochsen. Es sollen im die 250 bis 300 Tiere hier leben.

Es geht nur noch bergab, durch eine immer enger werdende Schlucht, und alle paar Meter tost ein Wasserfall nach unten. In diesem engen Tal wird es plötzlich so kalt, dass ich meine Winterhandschuhe anziehen musste.


Der Olavsweg führt hier über diese Brücke und endet dann in einem äußerst schmalen Pfad, der steilen Pfad nach oben.

Plötzlich tauchten wieder einmal schwarze Wolken auf, und innerhalb von 5 Minuten war ich von oben bis unten komplett durchnässt. 

Kurz vor Oppdal sah ich einen Landwirt beim Kartoffel legen, und das Ende Mai. Ich fuhr hin und fing ein sehr nettes Gespräch an. Jetzt kenne ich mich auch noch in der norwegischen Landwirtschaft aus.

Über Booking.com fand ich ein paar Kilomter nach Oppdal eine Hütte, die ich am Campingplatz wieder mieten konnte.

Insgesamt bin ich heute, obwohl erst um 10 Uhr gestartet 88 km gefahren mit 1035 Höhenmeter. Das ist übrigens das erste Mal, dass ich über 1000 Höhenmeter gekommen bin. Und ich fühle mich nach wie vor fit.

Morgen geht es weiter Richtung Trondheim, was ich am Freitag erreichen werde.

23.5.2017

Otta – Dombas


Der gestrige Tag war wettertechnisch der schlechteste Tag auf meiner Reise, nicht nur weil es permanent geregnet hat, es war auch richtig kalt. Jedenfalls habe ich mich entschieden mit dem Bus weiterzufahren. Denn bloß blöd rumsitzen und warten macht auch keinen Spaß. Und das Bier ist zu teuer….

In Otta angekommen machte ich eine Ortstour, und kaufte mir dann in einem Kaffeehaus einen Kaffee, um die Lage hier abzuchecken, wo man zum Beispiel schlafen könnte. Also fuhr ich zum 2 km entfernten Campingplatz und mietete eine kleine Hütte. Die Inhaberin sagte Schafhütte…ich bin doch kein Schaf! Preis 12€!


John aus Alaska, ein arschcooler Typ, Claudia aus Greifswald und ich vor meiner Schafshütte

Ich packte meine Sachen aus, und fuhr wieder in den Ort, um mir im Supermarkt etwas zum Essen und Trinken zu kaufen. Als ich dann wieder zurückkam, lief mir eine junge Deutsche, Claudia über den Weg, und als sie feststellte, dass ich aus Deutschland komme, fragte sie mich ob ich Alois sei. 

Aha!

Sie hatte die Telefonnummer von dem Pfarrer in Oslo bekommen, bei dem ich auch war. Allerdings fuhr sie die gesamt Strecke bis hierher mit dem Zug. Welch eine Radtour!

Es wurde ein netter Abend, zu dem sich nun auch John dazugesellte. Er kommt aus Alaska, hat einen Master in Geschichte und einen in Betriebswirtschaftlehre. Allerdings arbeitet er als „Fisherman“, 4 Monate, und dann geht er auf Reisen. Ich glaube er kennt jede Treckingtour auf der Welt. 

Heute früh sind wir Im 10 Uhr aufgebrochen, und ich dachte mir, wir könnten diese circa 50 km um 15 Uhr zurückgelegt haben. Denkste, denn Claudia ist definitiv nicht die Radlerin, wie ich vermutet hatte. Wir kamen um 18 Uhr an, und mieteten wieder eine kleine Schafhütte. Und da sitze ich jetzt, trinke mein Bier, und gleich werde ich Nudeln kochen.

Den ganzen Tag begleitete uns strahlender Sonnenschein, man nennt es auch Kaiserwetter. Oben auf den Bergen liegt noch genug Schnee, ein wunderbarer Anblick.

22.05.2017

Ringebu – Otta


Seit 9 Uhr sitze ich hier und warte auf das im Wetterbericht angekündigte bessere Wetter. Es regnet nach wie vor, zwar nicht stark, aber stark genug um in kurzer Zeit vollkommen durchnässt zu sein. Bei einer Temperatur von 4 Grad laufe ich Gefahr komplett auszukühlen. Für derartige Temperaturen und Verhältnisse habe ich die entsprechende Kleidung dabei, ab halt nicht doppelt, das heißt, Klamotten wechseln ist nicht möglich. Gestern bin ich erst Mittag gestartet, und trotzdem bin ich 69 km geradelt, mit 590 hm und diversen Stopps und Pausen.

Dabei fällt mir ein Aphorismus ein:

Eine der aufrichtigsten Formen des Respekts ist es, wahrhaftig dem Gegenüber zuzuhören, was dieser zu sagen hat!

Das heißt, man sollte zuhören bis der Andere mit seinen Ausführungen fertig ist. Oft erlebt man, dass der Andere mit den Worten unterbricht, „ich weiß was du mir sagen willst“ und das sogenannte Gespräch dann weiterführt. Das schafft auf Sicht großen Unmut! 

Dabei macht sich der vermeintliche „Zuhörer“ während der Gegenüber spricht, schon Gedanken, was er noch drauf setzen könnte. Ohne Abzuwarten!

Nicht ausreden lassen ist eine ganz klare Missachtung und Respektlosigkeit!

Genau so wie das Wetter hier! 

Das macht mich ein bisschen ratlos. Es gibt 2 Möglichkeiten mit dem Fahrrad jetzt weiterzufahren. Entweder weitgehend im Tal, parallel zu Wanderroute des Olavswegs, allerdings auf der Hauptverbindung zwischen Oslo und Trondheim, oder die  Alternativroute auf dem Radweg mit der Nummer 7. Erst nach 100 km werde beide Routen wieder vereinigt. Der erstere Weg hat einen gewaltigen Nachteil. Das sind 80 km mit sehr viel Verkehr, allerdings im Tal, bei noch erträglichen Temperaturen. 

Die Fahrradroute führt direkt in die Berge, der Aufstieg soll mindestens 800 Höhenmeter sein, das birgt die Gefahr von Schnee. Darauf habe ich wirklich gar keinen Bock.

Neben der Unterkunft, in der ich heute übernachtete, ist wohl die schönste Kirche am Olafsweg. Sie gehört zu den 28 noch existierenden Stabkirchen Norwegens.

Auszug aus Wikipedia:

Die Stabkirche wurde auf dem Platz der vorchristlichen Gemeinde- und Kultusstätte (Thingstätte) gebaut, die heute noch Gildevollen (Gilde-Hügel) genannt wird und in vorchristlicher Zeit eine zentrale Bedeutung im Gudbrandsdal hatte. Die Gilden waren Inhaber der weltlichen und religiösen Macht der mittelalterliche Gemeinde und boten durch die brüderliche Verbindung militärischen Schutz. Der Hügel wurde wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit als Gerichts- und Opferstätte benutzt. In der Nähe der Kirche befindet sich heute immer noch ein Bauernhof Vang (was übersetzt Flur bedeutet), der vermutlich der religiöse Mittelpunkt und Ort der Versammlung der Gemeinde in der heidnischen Zeit darstellte.


Die Kirche im Abendlicht!

Noch ein paar Bilder meiner Pilgerherberge!



21.05.2017

Lillehammer – Ringebu


Als ich gestern in Lillehammer bewahrheitete sich die Prognose von Tom Faber, dass man hier für die Übernachtung 80 € löhnen müsse, das allerdings mit einem super guten Frühstücksbüffet. Gestern Abend war wieder ruhig, ich genoss 2 Bier, den wenn man schon 9,90 € für eine echte Halbe bezahlen muss, sollte man jeden Schluck genießen. Ich bilde mir jetzt ein, dass ich einen schönen Bordeaux trinke. Dieser Geschmack nach Lagerbier, und im Abgang leicht malzig…..

Blödsinn!

Fernsehen übers Internet ist mein Abendprogramm, genauer gesagt, Hubert und Staller.

Heute früh war ich 9 Uhr startbereit, doch es regnete so, dass ich weiter abwarten wollte, denn der Wetterbericht sagte, dass es gegen 11 Uhr aufreißen würde. Um halb 12 startete ich obwohl es noch leicht regnete. Mit dem Fahrrad ist man halt in kürzesteter Zeit nass. Eine Stunde später war der Spuk vorbei, und ich wurde langsam wieder trocken, aber nur oberhalb der Gürtellinie. Denn unterhalb wurde ich jetzt durch das Spritzwasser nass.

Es ging immer bergauf und bergab, parallel zum Fluss Lågen, der leichte Rückwind half mir heute schnell vorwärts zu kommen.


Staudamm in Lillehammer

In Granrudmoen kam ich dann ins Skigebiet.


Als ich dann weiterfuhr, entschied ich mich in Tretten auf die „Bundesstraße“ zu fahren, und sah nach 10 Minuten neben dieser bescheidenen Straße 20 Leute auf Campinghockern sitzen, ein irgendwie absurder Anblick. Als sie mir winkten, hielt ich an, und fragte sie, „was macht ihr hier, das ist doch kein Platz für ein Picknick!“

Das waren lauter Landwirte, die gegen die Agrarpolitik Norwegens demonstrierten. Und zwar scheinbar im ganzen Land. Ich bekam Kaffee und Kuchen, zumal die meisten glückliche John Deere Fahrer waren. Normalerweise müsste mich John Deere sponsern, denn was ich hier an Öffentlichkeitsarbeit leiste, ist unbeschreiblich. 


Ist das noch schön, wie ein Bayer die norwegischen Landwirte begeistern kann?

Am liebsten hätte ich noch mitdemonstriert, denn die Versorgung war ausgezeichnet! Mir wurde dann geraten, auf die andere Seite des Stausees zu fahren, denn das sei viel schöner. Es war so, aber halt nur auf und ab.

Als ich diesem Ort ankam, sah ich von hinten schwarze Wolken auf mich zukommen. Also auf in die nächste Kneipe, in der ich jetzt das Ende des Regens abwarten möchte. Bis nach Ringebu habe ich noch 10 km. 

Ausblick nach Fåvang


Alte Heuhütten am Straßenrand 

Für den heutigen Tag habe ich fertig, denn jetzt werde ich weiterfahren!